Gestapelte Persil-Waschmittelpakete
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Trotz Gewinnrückgangs Henkel will Aktionäre mit Rekord-Dividende versöhnen

Stand: 21.02.2019, 09:05 Uhr

Jahrelang verwöhnte der Persil-Konzern die Anleger mit blitzsauberen Zahlen. Doch inzwischen hinkt Henkel der Konkurrenz hinterher. Erstmals seit langem sanken 2018 Umsatz und operative Marge. Mit einer höheren Dividende sollen die Aktionäre wieder milde gestimmt werden.

Für das vergangene Jahr will der Konsumgüterhersteller seinen Anteilseignern 1,85 Euro je Vorzugsaktie 1,85 Euro sowie 1,83 Euro je Stammaktie zahlen. Das sind sechs Cents mehr als im Vorjahr. Laut Henkel sind es die höchsten Dividenden in der Unternehmensgeschichte.

Dabei hat der weiße Riese aus Düsseldorf im vergangenen Jahr unterm Strich weniger verdient. Der Gewinn schrumpfte um acht Prozent auf 2,3 Milliarden Euro - wegen höherer Steuerlasten.

Umsatz rückläufig

Selbst der Umsatz ging moderat zurück - von 20 auf 19,9 Milliarden Euro. Das operative Ergebnis legte nur leicht zu. Im vierten Quartal gelang es nicht, den Rückstand aus den Vormonaten aufzuholen. Steigende Materialpreise, negative Wechselkurseffekt und der zunehmende Wettbewerb machten dem Persil- und Schwarzkopf-Hersteller zu schaffen.

Vorbei sind die Zeiten, als Henkel von Rekordjahr zu Rekordjahr eilte. Sogar der heimische Konkurrent Beiersdorf wächst organisch momentan doppelt so schnell wie die Düsseldorfer. Auch US-Konsumgüterhersteller wie Procter & Gamble schnitten zuletzt besser ab.

Kosmetiksparte verblasst

Größtes Sorgenkind ist die Konzernsparte Kosmetik. Die Haarshampoos entwickeln sich zum Ladenhüter. Um den Abwärtstrend zu stoppen, will Henkel das gesamte Haarpflege-Portfolio erneuern. Zudem sind Innovationsoffensiven bei Haarfärbemitteln geplant. Auch Henkels Top-Waschmittelmarke Persil und die Spülmaschinenreiniger-Marke Somat sollen aufgefrischt werden.

Henkel-Chef Hans van Bylen hat bereits 2016 dem Konsumgüterkonzern ein drei Milliarden Euro schweres Investitionsprogramm bis 2020 verordnet, um das Wachstum anzukurbeln. Analysten sind skeptisch, ob die Investitionen in die richtige Richtung gehen. Die meisten von ihnen raten vom Kauf der Aktien ab und empfehlen lediglich, die Papiere zu halten. Besonders pessimistisch ist Morgan Stanley. Analyst Richard Taylor kürzte jüngst seine Gewinnschätzungen und hat das Kursziel auf 77 Euro gesetzt.

Kann van Bylen die Kurstalfahrt stoppen?

Momentan notieren die Aktien noch rund zehn Prozent über diesem Niveau. Allerdings sind sie zuletzt deutlich gefallen. 2018 büßten sie gut ein Viertel an Wert ein. Eine Gewinnwarnung im Januar ließ den Kurs nochmals einbrechen. Die Bilanz von Konzernchef van Bylen ist schwach: Seit dem Amtsantritt des Belgiers im Mai 2016 ist der Kurs um rund 15 Prozent gesunken. Am Donnerstagmorgen geht es um 0,2 Prozent weiter abwärts.

nb