Pritt-Stifte

Noch keine neue Prognose Henkel: Kleber im Moment kaum gefragt

Stand: 06.08.2020, 09:11 Uhr

Beim Konsumgüterkonzern Henkel macht insbesondere das Geschäft mit Klebstoffen Sorgen. Auch die Kosmetiksparte verzeichnet signifikante Einbußen. Deshalb wagt das Management keine Prognose für 2020.

Die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise haben für deutliche Rückgänge bei Umsatz und Gewinn des Konsumgüterkonzerns Henkel gesorgt. Die Erlöse seien im zweiten Quartal auf rund 4,6 Milliarden Euro geschrumpft, teilte der Hersteller von Pritt und Persil mit. Im Vorjahr waren es noch 5,1 Milliarden.

Das bereinigte operative Ergebnis (bereinigtes Ebit) sank im ersten Halbjahr um 27,5 Prozent auf 1,2 Milliarden Euro. Für das zweite Quartal nannte der Konzern hier keine Kennzahl.

JPMorgan-Analystin Celine Pannuti zog vom bisherigen Jahresverlauf ein enttäuschtes Fazit. Das Halbjahr sei beim Ergebnis unter dem Strich schwach verlaufen, auch wenn der Umsatz die Erwartungen leicht übertroffen habe. Es gebe vorerst wohl kaum Kurstreiber, damit die Papiere ihre Bewertungslücke schließen können.

Weniger Frisuren, mehr Putzmittel

Vor allem das Geschäft der wichtigen Klebstoff-Sparte litt im zweiten Quartal, denn zentrale Abnehmerindustrien wie die Autobranche sind in der Krise. Hier brach der Umsatz im zweiten Quartal um knapp 20 Prozent ein. Im Halbjahr stürzte der bereinigte operative Gewinn hier um 36,6 Prozent auf 543 Millionen Euro ab.

Die bereits vor der Pandemie kriselnde Kosmetiksparte musste erneut Federn lassen. Die Erlöse gaben im zweiten Quartal um knapp zwölf Prozent nach. Vor allem das Geschäft mit Friseuren brach ein, denn zahlreiche Salons schlossen wegen der behördlichen Auflagen vorübergehend die Pforten.

Gestapelte Persil-Waschmittelpakete

Henkel. | Bildquelle: picture-alliance/dpa

Rund lief es dagegen im Geschäft mit Wasch- und Reinigungsmitteln. Hier legte der Umsatz im Quartal um 2,3 Prozent auf 1,7 Milliarden Euro zu.

Kein belastbarer Ausblick möglich

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass wir in einem außergewöhnlich herausfordernden Umfeld eine insgesamt robuste Geschäftsentwicklung verzeichnet haben", sagte Henkel-Chef Carsten Knobel.

Carsten Knobel, Henkel

Carsten Knobel. | Bildquelle: Unternehmen

Eine neue Prognose wagten die Düsseldorfer nicht. "Angesichts der anhaltenden Unsicherheiten können wir derzeit keinen neuen und belastbaren Ausblick für das Gesamtjahr geben", so Knobel.

Knobel hatte zu Jahresbeginn das Ruder bei Henkel übernommen. Er hatte angesichts stagnierender Umsätze und eines Gewinnrückgangs im Jahr 2019 angekündigt, verstärkt auf Umsatzwachstum, Innovationen und Investitionen setzen zu wollen. Doch dann kam die Corona-Krise.

ts