Vier Pattex-Tuben

Jahresprognose bestätigt Henkel: Klebstoffe bleiben der Renner

Stand: 09.05.2018, 09:22 Uhr

Henkel hat im ersten Quartal unter dem starken Euro sowie Lieferschwierigkeiten in den USA gelitten. Dennoch hält der Konzern an seiner optimistischen Jahresprognose fest.

Henkel peilt 2018 ein organisches Wachstum in der Bandbreite von zwei bis vier Prozent an, die bereinigte Umsatzrendite (Ebit-Marge) soll auf mehr als 17,5 Prozent ansteigen, nach 17,3 Prozent im Vorjahr. Das bereinigte Ergebnis je Vorzugsaktie soll um fünf bis acht Prozent zulegen.

Frau in weißem Kleid und Persil-Schriftzug vor dunkelgrünem Hintergrund

Alte Persil-Werbung. | Bildquelle: Unternehmen

Bereinigt um Wechselkurseffekte und Zukäufe habe Henkel im ersten Quartal den Umsatz und das Ergebnis je Aktie gesteigert und damit die Grundlage für das Erreichen der Prognose geschaffen, teilte Vorstandschef Hans Van Bylen am Morgen mit. "Wir wollen unser profitables Wachstum weiter fortsetzen", betonte er. Zudem sei der Konzern auf gutem Wege, im Laufe des zweiten Quartals die Lieferprobleme in den USA zu beheben.

Schwacher Dollar bremst

Im ersten Quartal bremsten Währungseffekte den in den USA stark engagierten Konzern allerdings aus. Die Erlöse legten bereinigt zwar um 1,1 Prozent auf 4,84 Milliarden Euro zu, nominal sanken sie aber um 4,5 Prozent. Wechselkurseffekte hätten den Umsatz um 8,6 Prozent oder 440 Millionen Euro gemindert. Das bereinigte betriebliche Ergebnis (Ebit) schrumpfte in den ersten drei Monaten um 1,4 Prozent auf 842 Millionen Euro. Die Dollar-Schwäche gegenüber dem Euro sorgte hier für Belastungen von 6,2 Prozent.

"Im Klebstoffgeschäft erzielten wir ein sehr starkes organisches Wachstum", so Van Bylen. Der Umsatz dieser Sparte wuchs um 4,7 Prozent. Auf die Tochter entfällt etwa die Hälfte des Gesamtumsatzes. Henkel profitiert hier von der starken Nachfrage aus der Elektroindustrie, die Klebstoffe bei der Herstellung von Tablets, Smartphones oder Fernsehern nutzt.

Kosmetiksparte unter Druck

Vier Pattex-Tuben

Henkel-Produkt Pattex. | Bildquelle: picture alliance / dpa

Die Verkäufe der anderen Sparten haben dagegen das Vorjahresniveau nicht erreicht. "Das ist vor allem auf die Lieferschwierigkeiten in den nordamerikanischen Konsumgütergeschäften zurückzuführen." Über die hatte Van Bylen bereits im vergangenen Monat berichtet.

Getroffen hat es vor allem die Kosmetiksparte, die ohnehin schon mit einem starken Preisdruck und einem intensiven Verdrängungswettbewerb zu kämpfen hat. Ihr Umsatz sank organisch um 4,3 Prozent. Auch bei den Wasch- und Reinigungsmitteln schmälerten die Lieferengpässe den Umsatz.

Börse reagiert gelassen

Henkel war in den vergangenen Jahren auch durch Zukäufe in Nordamerika gewachsen, zudem hatten die Düsseldorfer dort ihre Traditionsmarke Persil eingeführt. 2017 hatte der Konzern in Nordamerika mit knapp 5,2 Milliarden Euro rund ein Viertel seines Umsatzes erzielt, gut drei Prozent betrug damals das organische Umsatzwachstum. Durch Umstellungen in den Transport- und Logistiksystemen in Nordamerika entstandene Probleme bremsen Henkel nun aber aus.

Da die Zahlen wie erwartet ausgefallen sind, hält sich die Reaktion der Anleger in Grenzen. Die seit Monaten unter Druck stehende Henkel-Aktie bewegt sich am Morgen kaum.

lg