Shampoo-Aktion von

"Shampoo ohne Schnickschnack" Henkel kann auch Satire

Stand: 11.12.2019, 16:26 Uhr

Für Unternehmen ist es nicht leicht, ihre Kunden mit einer trendigen Marketing-Kampagne anzusprechen. Dem Dax-Konzern Henkel dürfte das mit seiner Marke Schwarzkopf vor kurzem gelungen sein.

Schon Anfang November knöpfte sich das Satiremagazin "Der Postillon" Shampoos vor. Es gebe unzählige Artikel, aber für die Leute, die kein spezielles Haarshampoo wollten, sei die Auswahl gering. "Der Postillon" unterstellte Schwarzkopf, ein neues Produkt namens "Shampoo ohne Schnickschnack" vorgestellt zu haben. "Laut Hersteller kann es nichts Besonderes - außer die gottverdammten Haare säubern", schreibt der Autor des Artikels.

Schwarzkopf reagiert sofort

Aufgrund der hohen Fangemeinde des "Postillon" hagelte es unter dem Social-Media-Posting des Artikels unzählige Likes, Kommentare und Co. Besonders war aber die sofortige Reaktion von Schwarzkopf. Die Henkel-Tochter nutzte die Steilvorlage des Satiremagazins, um eine Marketing-Kampagne zu starten. Im Handumdrehen wurden einige Flaschen "Shampoo ohne Schnickschnack" abgefüllt und ein kurzer Werbespot dazu veröffentlicht. In einem Gewinnspiel von Schwarzkopf konnten Kunden eines von 25 Shampoos gewinnen, mit dem nur die "gottverdammten Haare gesäubert" werden können.

Mittlerweile wird das Shampoo auch im Einzelhandel vertrieben. Gegenüber der "FAZ" sagte Nils Daecke, Leiter des digitalen Marketings der Beauty-Sparte bei Henkel, das Shampoo ohne Schnickschnack "war die schnellste Produkteinführung, die Henkel jemals gemacht hat."

Reaktion an der Börse

Zufall? Am 7.11., jenem Tag, an dem Schwarzkopf auf den Artikel des "Postillon" reagierte, kletterte die Henkel-Aktie auf ein Sechs-Monats-Hoch. Sie erreichte 96,60 Euro, was seitdem auch nicht mehr überboten wurde. Aktuell notiert der Kurs bei rund 94 Euro.

Gute Zeiten für Henkel

Derzeit sind die Nachrichten für Henkel überwiegend positiv. Die Konjunkturabkühlung perlt an der Kosmetikbranche ab. 2019 dürften Deutsche Verbraucher rund 18,9 Milliarden Euro für Shampoo, Cremes und Deos sowie für Waschpulver und Reiniger ausgegeben haben, schätzt der Industrieverband Körperpflege- und Waschmittel (IKW).

Zuletzt waren Gerüchte bekanntgeworden, dass Henkel die Haarproduktmarke Wella übernehmen will. Die Marke gehört dem US-Konzern Coty und soll verkauft werden.

ms