Vier Pattex-Tuben Audio

Erwartungen teilweise verfehlt Henkel im Würgegriff der Konkurrenz

Stand: 14.11.2017, 10:05 Uhr

Henkel hat im dritten Quartal die Erwartungen der Analysten verfehlt.Tatsächlich bekommt der Düsseldorfer Konzern in den verbrauchernahen Sparten zunehmend den Druck der Konkurrenten zu spüren.

An der Börse gerät die Henkel-Aktie deshalb unter Druck und verliert zeitweise über vier Prozent. Dabei hat das Papier seit seinem Jahreshoch im Juni bereits deutlich an Wert verloren.

Auf den ersten Blick sind die Quartalszahlen von Henkel tatsächlich durchwachsen ausgefallen. So stieg der Umsatz zwischen Juli und September zwar um fünf Prozent auf knapp fünf Milliarden Euro. Organisch - also ohne Übernahmen, Verkäufe sowie Währungseffekte - wuchs Henkel aber nur um drei Prozent.

Nettogewinn gesunken

Das um Sondereffekte bereinigte operative Ergebnis (Ebit) verbesserte sich um 7,1 Prozent auf 897 Millionen Euro, etwas weniger als von Experten erwartet. Unter dem Strich sorgten Restrukturierungskosten und Aufwendungen für die Integration für den zugekauften Waschmittelhersteller Sun Products für einen Rückgang beim Nettogewinn um gut zwei Prozent auf 564 Millionen Euro.

Henkel VZ: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
111,50
Differenz relativ
+2,39%

Besser als erhofft lief es bei den Klebstoffen. Die Düsseldorfer sind in diesem Bereich Marktführer und profitieren entsprechend von einem Aufschwung in der Industrie. Die Erlöse legten in diesem Bereich um 4,5 Prozent auf 2,4 Milliarden Euro zu. Organisch lag das Plus darüber.

Erbitterter Wettbewerb

Mit Wasch- und Reinigungsmitteln wie Persil, Pril oder Perwoll wuchs Henkel um 10,6 Prozent auf 1,6 Milliarden Euro, was aber überwiegend Akquisitionen geschuldet war. Henkel hatte im vergangenen Jahr für 3,2 Milliarden Euro den US-Waschmittelhersteller Sun Products übernommen. Organisch betrug das Plus nur 1,8 Prozent - das bislang schwächste Quartalswachstum in diesem Jahr. Mit Kosmetikprodukten setzte Henkel 2,8 Prozent weniger um. Organisch ergab sich ein leichtes Plus von 0,5 Prozent.

Die Konsumgüterhersteller liefern sich einen erbitterten Kampf um die Gunst der Kunden. Neben großen Anbietern wie Unilever, Procter & Gamble oder L'Oréal sorgen auch die Handelsketten mit ihren Eigenmarken für Konkurrenz. Einen negativen Einfluss im dritten Quartal hatten zudem Währungseffekte.

Rahmenbedingungen bleiben schwierig

Henkel-Chef Hans Van Bylen sprach von einem zunehmend herausfordernden Umfeld, in dem der Konzern dennoch habe zulegen können. Der Manager geht aber nicht davon aus, dass sich die allgemeine Lage schnell bessert.

"Die Rahmenbedingungen in der Konsumgüterindustrie werden weiter schwierig blieben", sagte er. Der negative Einfluss der Währungseffekte werde sich zunehmend verstärken. Den Umsatz will Henkel 2017 weiterhin aus eigener Kraft um zwei bis vier Prozent steigern und die bereinigte operative Marge auf über 17 Prozent heben. Beim bereinigten Gewinn je Aktie zeigte sich der Konzern zuversichtlicher. Dieser soll nun um rund neun Prozent zulegen. Zuvor hatte Henkel eine Bandbreite von sieben bis neun Prozent angegeben.

lg

Darstellung: