Henkel-Logo vor der Unternehmenszentrale in Düsseldorf
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Währungseffekte belasten Ergebnis Henkel-Aktie bricht ein

Stand: 21.01.2019, 17:11 Uhr

Die vorläufigen Zahlen von Henkel überzeugen die Investoren nicht. Immerhin will der Konsumgüterkonzern in den kommenden Jahren mehr in Marken, Innovationen und in den digitalen Umbau investieren. Trotzdem geriet die Vorzugsaktie deutlich unter Druck.

Mit einem Abschlag von mehr als zehn Prozent liegt die Henkel-Aktie am Nachmittag am Dax-Ende. Sie notierte zuletzt bei 86,70 Euro und lag damit auf einem mehrjährigen Tief. Die US-Investmentbank Goldman Sachs setzte die Bewertung des Dax-Titels nach den verhaltenen Signalen der Düsseldorfer für das neue Geschäftsjahr aus. Der Ausblick zeuge von steigendem Konkurrenzdruck im Konsumbereich, schrieb Analyst Fulvio Cazzol in einer ersten Reaktion. Auf Basis der Ergebnisprognose des Konsumgüterkonzerns sieht der Experte für den Analystenkonsens einen Korrekturbedarf von zehn Prozent.

Nach vorläufigen Berechnungen ist der Umsatz von Henkel im abgelaufenen Geschäftsjahr 2018 leicht auf 19,9 Milliarden zurückgegangen, nach 20 Milliarden Euro im Vorjahr. Dabei wurde Henkel enorm durch Währungseffekte belastet. Diese Wechselkursschwankungen sowie Zu- und Verkäufe herausgerechnet, betrug das organische Wachstum 2,4 Prozent.

Das bereinigte Ebit verbesserte sich um rund ein Prozent auf rund 3,5 Milliarden Euro, die operative Marge stieg um 0,3 Prozentpunkte auf 17,6 Prozent. Damit verfehlte Henkel jedoch sein eigenes Margen-Ziel für 2018 leicht. Beim Umsatz blieb Henkel am unteren Ende des Zielkorridors.

In Wachstum investieren – und in die Dividende

Das Management will jetzt mit Investitionen gegensteuern: Ab 2019 werde der Hersteller von Marken wie Schwarzkopf und Persil jährlich rund 300 Millionen Euro zusätzlich aufwenden, teilte das Unternehmen am Montag in Düsseldorf mit. Damit investiere der Konzern stärker in Wachstum, kündigte Konzernchef Hans van Bylen an. "Wir wollen unser nachhaltig profitables Wachstum fortsetzen und attraktive Erträge erzielen."

Doch zunächst dürfte die Investitionen zulasten der Margen gehen. Für das laufende Jahr peilt Henkel ein organisches Umsatzwachstum zwischen 2 bis 4 Prozent an. Die bereinigte operative Marge (Ebit-Marge) soll in der Bandbreite zwischen 16 und 17 Prozent liegen - und würde damit schwächer ausfallen als im vergangenen Jahr.

Henkel-Chef Hans Van Bylen

Henkel-Chef Hans Van Bylen. | Bildquelle: Unternehmen

Zugleich umgarnt Henkel die Investoren mit der Aussicht auf höhere Dividenden. Der Zielkorridor für die jährliche Ausschüttung des um Sondereinflüsse bereinigten Jahresüberschusses solle ab dem Geschäftsjahr 2019 auf 30 bis 40 Prozent erhöht werden. Zuvor waren es 25 bis 35 Prozent.