Henkel-Logo vor der Unternehmenszentrale in Düsseldorf
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Der "Weiße Riese" enttäuscht Henkel - da geht doch mehr!

Stand: 10.08.2017, 09:08 Uhr

Henkels wichtigste Sparte, die Klebstoffe, beschert dem Konsumgüterkonzern Wachstum und Gewinne. Aber der Hersteller von Pritt, Persil und Weißem Riesen blieb mit seinen Quartalszahlen hinter den Erwartungen zurück.

Eigentlich kann sich Henkel damit sehen lassen. Im zweiten Quartal kletterten Umsatz und Gewinn, die Erlöse um zehn Prozent auf 5,1 Milliarden Euro, was sogar ein neuer Höchstwert war. Teils war dies Zukäufen zu verdanken, etwa durch die US-Übernahme von Sun Products, die die Waschmittelsparte stärkte. Aber bereinigt um Wechselkurseffekte und Übernahmen blieb immer noch ein Plus von 2,2 Prozent übrig.

Analysten hatten dem Hersteller von Pritt und Persil allerdings mehr zugetraut, hatten auf Erlöse von 5,23 Milliarden gesetzt. Das organische Umsatzwachstum blieb aber nur am unteren Ende der von Henkel angestrebten Spanne von zwei bis vier Prozent.

Henkel-Aktie im Minus

An der Börse kommt das nicht gut an. Die Henkel-Aktie fällt im frühen Handel um zwei Prozent auf 117,30 Euro und war damit schwächster Dax-Wert. Ein Analyst bemängelte neben dem schwachen Umsatzwachstum aus eigener Kraft auch die Jahresziele. Die habe der Konzern zwar bestätigt, aber mit einem vorsichtigen Unterton. Henkel-Chef Hans Van Bylen erwartet weiter ein "volatiles und unsicheres Marktumfeld".

Die Jahresprognose: Das organische Umsatzwachstum soll bei zwei bis vier Prozent liegen, die bereinigte operative Umsatzrendite (Ebit-Marge) von 16,9 Prozent auf "mehr als 17,0 Prozent" zulegen.

Pritt und Pattex schmieren gut

Bei den Gewinnen traf Henkel die Erwartungen knapp. Das bereinigte betriebliche Ergebnis (Ebit) legte um elf Prozent auf 909 Millionen Euro zu. Analysten hatten hier mit 915 Millionen Euro gerechnet. Vor allem im Geschäft mit Klebstoffen und Waschmitteln verdiente Henkel mehr, die Waschmittelsparte steigerte das bereinigte operative Ergebnis um 22 Prozent auf 298 Millionen Euro. Unter dem Strich und nach Anteilen Dritter steigerte Henkel den Gewinn um elf Prozent auf 624 Millionen Euro.

Die Henkel-Aktie hat erst im Juni ein Rekordhoch von 129,90 Euro erreicht. Seither hat sie rund zehn Prozent verloren.

bs