Henkel-Logo auf dem Dach Unternehmenszentrale in Düsseldorf

Nur noch kleines Wachstum Henkel klebt fest

Stand: 14.11.2019, 09:03 Uhr

Was ist los bei Henkel? Sowohl die Klebstoffsparte als auch das Kosmetika-Geschäft schwächeln derzeit. Im dritten Quartal sank der Gewinn. Und auch beim Umsatz wächst der Konsumgüterriese kaum noch.

Der glücklose Henkel-Chef Hans Van Bylen verabschiedet sich mit mauen Zahlen. Mit 850 Millionen Euro verdiente der Düsseldorfer Konzern operativ 8,2 Prozent weniger. Die Umsatzrendite verschlechterte sich um 1,7 Prozentpunkte auf 16,7 Prozent. Das bereinigte Ergebnis je Vorzugsaktie schrumpfte auf 1,43 Euro und lag unter den Analysten-Erwartungen.

Organisch schrumpfen die Erlöse

Auch der Umsatz fiel schwächer aus als erwartet. Henkel konnte zwar die Erlöse um 0,8 Prozent auf rund 5,08 Milliarden Euro steigern. Analysten hatten mit 5,11 Milliarden Euro gerechnet. Organisch ging der Umsatz sogar um 0,3 Prozent zurück.

Größtes Sorgenkind ist momentan das konjunktursensible Klebstoff-Geschäft. Wegen der schwachen Autoindustrie verzeichnete die Sparte ein organisches Umsatzminus von 2,4 Prozent. Auch das Geschäft mit Haar- und Körperpflege entwickelte sich schwächer.

Jahresprognose bestätigt

Wenigstens bestätigte der Konsumgüter-Konzern die erst im August gesenkte Prognose. Für 2019 erwartet Henkel ein Umsatzwachstum aus eigener Kraft von bestenfalls zwei Prozent. Dabei sind Währungsschwankungen sowie Zu- und Verkäufe herausgerechnet. Im schlechtesten Fall dürfte die Entwicklung stagnieren. Das bereinigte Ergebnis je Aktie dürfte im mittleren bis hohen einstelligen Prozentbereich sinken. Bei der bereinigten Umsatzrendite geht der Konzern weiter von einem Rückgang auf 16 bis 17 Prozent aus.

Henkel kündigte höhere Restrukturierungskosten an. So sollen die Aufwendungen 250 bis 300 Millionen Euro betragen, ursprünglich hatte der Konzern mit 200 bis 250 Millionen kalkuliert. Der Konsumgüterkonzern hatte bereits Anfang des Jahres angekündigt, mit zusätzlichen Investitionen von rund 300 Millionen Euro pro Jahr Wachstum und Digitalisierung voranzutreiben.

Schafft der Neue die Wende?

Mit dem neuen Henkel-Chef Carsten Knobel sollen nun die Erfolge zurückkommen. Er löst ab dem neuen Jahr Hans Van Bylen ab, der im Oktober seinen vorzeitigen Abschied ankündigte. Er muss entscheiden, ob der Konsumgüter-Konzern in einem neuen Anlauf Wella übernimmt. Coty hat das Haarpflegeschäft vor kurzem zum Verkauf gestellt.

Die Henkel-Aktie legt vorbörslich leicht zu. Auf Jahressicht hinkt sie freilich dem Dax hinterher. Auch der angekündigte Chefwechsel konnte der Aktie keinen Schub geben.

nb