Henkel-Logo auf dem Dach Unternehmenszentrale in Düsseldorf

Hauptversammlung Henkel: Mühsamer Wiederaufstieg

Stand: 08.04.2019, 11:57 Uhr

Nach dem tiefen Fall im Januar kämpft sich die Aktie des Konsumgüterkonzerns Henkel nur mühsam aus dem Tal der Tränen. Dabei laufen die Geschäfte offenbar ganz ordentlich.

Auf der Hauptversammlung bekräftigte Vorstandschef Hans van Bylen die selbst gesetzten Ziele für 2019 und die Folgejahre. Danach soll der Umsatz in diesem Jahr zwischen zwei und vier Prozent zulegen. Die bereinigte operative Marge (Ebit-Marge) soll in der Bandbreite zwischen 16 und 17 Prozent liegen - und würde damit schwächer ausfallen als im vergangenen Jahr. Der erste Rückgang seit 2014.

Trotzdem soll die Investitionsoffensive fortgesetzt werden. Und im Gespräch mit der "FAZ" sagte van Bylen auch warum. "Wir können uns die höheren Investitionen erlauben, weil wir finanziell kerngesund und extrem gut aufgestellt sind." Henkel verfüge über eine solide Bilanz, die auch weitere Zukäufe erlaube, und habe im vergangenen Jahr neue Höchststände bei Ergebnis, Rendite und Dividende erreicht.

Zwischen Wachstum und Marge abwägen

"In der Abwägung zwischen Wachstum und Marge lag der Fokus in der Vergangenheit vor allem auf der Steigerung der Marge. Um die langfristigen Erfolgschancen von Henkel zu nutzen, wollen wir nun wichtige Schritte in Richtung mehr Wachstum unternehmen, ohne dabei freilich die Profitabilität aus dem Blick zu verlieren", sagt der gebürtige Belgier und fügt hinzu: "Wenn wir für unsere Aktionäre Wert schaffen wollen, müssen wir auch das Wachstum stärken."

Dazu gehört auch die Stärkung des Onlinehandels. So ist der digitale Umsatz von Henkel währungsbereinigt im vergangenen Geschäftsjahr zweistellig gewachsen. Vor allem in den Konsumgüterbereichen - also bei Wasch- und Reinigungsmitteln sowie Kosmetik - sei die Entwicklung mit einem Plus von mehr als 30 Prozent sehr gut.

Dividende steigt

Um die Anleger milde stimmt, hat ihnen Henkel höhere Dividenden in Aussicht gestellt. Der Zielkorridor für die jährliche Ausschüttung des um Sondereinflüsse bereinigten Jahresüberschusses solle ab dem Geschäftsjahr 2019 auf 30 bis 40 Prozent erhöht werden. Zuvor waren es 25 bis 35 Prozent.

lg