Hellofresh

Zweistellige Wachstumsraten Hellofresh: Kochboxen weiter heiß begehrt

Stand: 06.03.2019, 07:12 Uhr

Weil selber kochen immer beliebter wird, der Einkauf der Zutaten aber mühsam bleibt, bestellen immer mehr Menschen fertig bestückte Kochboxen. Eine gute Nachricht für Firmen wie Hellofresh, die mit anhaltend hohem Wachstum rechnen.

Zwar dürfte der Umsatz in diesem Jahr nicht mehr ganz so rasant steigen wie zuletzt. 2019 werde beim Erlös ein Anstieg um 25 bis 30 Prozent erwartet, teilte das Berliner Unternehmen mit. Dabei werden die Folgen von Währungseffekten außen vor gelassen.

Im vergangenen Jahr legte der Umsatz - wie bereits bekannt - um 41 Prozent auf 1,28 Milliarden Euro zu. Währungsbereinigt habe das Wachstum knapp 47 Prozent betragen.

Analyst nennt ausblick ermutigend

Anleger nahmen die Zahlen zunächst positiv auf, der Aktienkurs zog zu Handelsstart um 3,5 Prozent an, musste die Gewinne im weiteren Verlauf aber größtenteils wieder abgeben. Marktbeobachter stimmte optimistisch, dass der operative Verlust etwas geringer als erwartet ausfiel, vor allem das vierte Quartal überraschte positiv.

Analyst Marcus Diebel der US-Bank JPMorgan macht dafür vor allem das internationale Geschäft verantwortlich. Er sprach zudem von einem ermutigendem Ausblick für 2019 mit einem Umsatzwachstum von 25 bis 30 Prozent und dem möglichen Erreichen der Profitabilität. Damit zerstreue das Unternehmen Sorgen vor einer Abkühlung des Geschäfts.

Operativ Gewinnschwelle angepeilt

Unternehmenschef Dominik Richter bezeichnete 2018 als bisher "erfolgreichstes Jahr" der Unternehmensgeschichte. Er geht davon aus, im laufenden Jahr operativ die Gewinnschwelle zu erreichen.

HelloFresh-Kochbox mit Lebensmitteln, davor hält eine Hand drei Rezeptkarten

HelloFresh-Kochbox. | Bildquelle: picture alliance / dpa

2018 sank der um Sondereffekte bereinigte Verlust vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) um 22 Prozent auf 54,5 Millionen Euro. Die Ebitda-Marge habe damit bei minus 4,3 Prozent gelegen. 2019 werde hier ein Wert zwischen minus zwei und plus einem Prozent erwartet.

Von Rocket an die Börse gebracht

In den Zahlen sind die 2018 gekauften amerikanischen Unternehmen Green Chef und Chef's Plate enthalten. Die Aktie hat seit der Bekanntgabe der Eckdaten für das vergangene Jahr rund ein Drittel zugelegt. Inzwischen notiert sie wieder knapp unter dem Emissionspreis von 10,25 Euro.

Der Kochboxenversender war Ende 2017 von Rocket Internet an die Börse gebracht worden. Der Start-up-Inkubator hatte erst vor kurzem seinen Anteil gesenkt und hält jetzt noch knapp 30 Prozent an dem Unternehmen, das derzeit mit knapp 1,6 Milliarden Euro bewertet wird.

lg/dpa-AFX