Verpackte Cashewkerne aus einer HelloFresh Kochbox
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Börsengang im zweiten Anlauf HelloFresh wagt den Sprung

Stand: 23.10.2017, 08:47 Uhr

Nun also wirklich: Nach einem abgebrochenen Stapellauf Ende 2015 zieht der Experte für die Lieferung warmer Mahlzeiten sein IPO zwei Jahre später durch. Ab morgen beginnt die Zeichnungsfrist.

Bis zum 1. November können Anleger die Papiere des "Kochboxenversenders" dann zeichnen. Die Angebotsspanne liegt bei neun bis 11,50 Euro. Bei der Platzierung der ingesamt 31 Millionen Aktien im Prime Standard der Deutschen Börse würde dem Unternehmen inklusive einer Mehrzuteilungsoption (Greenshoe) ein Erlös von rund 357 Millionen Euro zufließen.

Rocket bleibt an Bord

Anders als beim ersten Börsengangs-Versuch im Herbst 2015 ist damit das Unternehmen selbst zunächst der Hauptnutznießer des IPO. Die Internet-Beteiligungsgesellschaft Rocket Internet behält danach erst einmal ihren Anteil von rund 53 Prozent an Hellofresh.

Nach dem Börsengang wäre der Konzern mit rund 2.000 Mitarbeitern mit bis zu 1,5 Milliarden Euro bewertet. Der Streubesitz wird dann bei etwa 19 Prozent liegen. Das Angebot steht noch unter dem Vorbehalt der Wertpapieraufsicht BaFin.

Operativ noch tief in den Miesen

HelloFresh hat im ersten Halbjahr 2017 seien Umsatz um 49 Prozent auf 425 Millionen Euro gesteigert. Beim Betriebsergebnis gab es im selben Zeitraum allerdings ein Minus von 46,5 Millionen Euro. Vorstandschef Dominik Richter zufolge soll binnen 15 Monaten operativ die Pluszone erreicht werden.

Das Unternehmen hat im zweiten Quartal 33,7 Millionen Mahlzeiten an derzeit 1,3 Millionen Kunden verschickt. Aktiv ist HelloFresh - neben Deutschland - unter anderem auch in Großbritannien, Australien, Österreich und dem wichtgsten Markt, den USA. Hier konkurriert man mit Spezialisten wie Blue Apron, aber auch mit dem Internet-Konzern Amazon, der kürzlich die Lebensmittelkette Whole Foods übernommen hat und im Liefergeschäft auch in Deutschland weiter aufrüstet.

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AB