HelloFresh-Kochbox mit Lebensmitteln, davor hält eine Hand drei Rezeptkarten

Aktie legt deutlich zu HelloFresh: Umsatzmaschine dampft

Stand: 13.08.2019, 09:47 Uhr

Der Kochboxenversender aus dem SDax bleibt mit seinem Geschäftsmodell gut in Schwung. Auch im zweiten Quartal legten die Erlöse um rund ein Drittel zu. Und operativ verdiente das Unternehmen sogar erstmals Geld.

Die Aktie zieht am Morgen um rund elf Prozent an und ist damit einsamer Spitzenreiter im Nebenwerteindex SDax. Auf Basis des Ergebnisses vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (Ebitda) lag bei 18,3 Millionen Euro, die ersten schwarzen Zahlen, zumindest auf operativer Ebene. Die Ebitda-Marge, also das Ebitda im Verhältnis zum Umsatz, lag bei 4,1 Prozent.

Die Zahl der sendeten Kochboxen wurde im Quartal im Jahresvergleich um rund ein Drittel auf 8,9 Millionen Stück gesteigert. Insgesamt hat der Kochboxen-Versender rund 2,4 Millionen aktive Kunden, auch dies ist in etwa ein Drittel mehr als im Vorjahresquartal.

Essen in Boxen

HelloFresh: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
17,52
Differenz relativ
+3,79%

Hellofresh versendet in seinen Boxen fertig vorbereitet Mahlzeiten mit allen Zutaten, die dann von den Kunden schnell zubereitet werden können. Das Unternehmen war Ende 2017 von Rocket Internet an die Börse gebracht worden.

Die Umsätze konnte man vor allem dank einer weiteren Expansion in den USA um 37 Prozent auf 436,7 Millionen Euro steigern. Dort sorgten hohe Investitionen in den vergangenen Monaten dafür, dass man auf der Ergebnisseite noch nicht profitabel war. Dagegen weist der Bereich "International" (außerhalb der USA) bereits seit mehreren Quartalen positive Ergebnis auf operativer Basis aus.

Prognose nach oben "präzisiert"

Das Wachstum bestätigt das Geschäftsmodell des Unternehmens: Im laufenden Jahr will man weltweit rund 290 Millionen Kochboxen versenden. Und die Umsatzprognose wurde am Dienstag leicht nach oben "präzisiert": Statt einem Wachstum um 25 bis 30 Prozent traut sich Hellofresh nun 28 bis 30 Prozent Plus zu. Die Ebitda-Marge soll konzernweit bei minus ein bis plus ein Prozent liegen, auch dies ist mehr als bislang in Aussicht gestellt wurde.

Die Hellofresh-Aktie hinkt auf Jahressicht dem SDax um rund 15 Prozent hinterher. In den zurückliegenden drei Monaten allerdings hat der Titel den Nebenwerteindex um mehr als zehn Prozent hinter sich gelassen. Anleger halten die Geschäftsidee zunehmend für langfristig erfolgreich - potenziell.

AB