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Aktie dreht ins Minus HelloFresh mundet immer mehr Kunden

Stand: 13.11.2018, 16:00 Uhr

Essen per Mausklick einfach liefern lassen - eine Idee, die in die heutige Zeit passt. Die aber auch hohe Erwartungen weckt bei SDax-Mitglied HelloFresh. Entsprechend hoch kann die Fallhöhe an der Börse sein.

Denn auf den zweiten Blick sind die Anleger nicht mehr so begeistert vom Zahlenwerk des Kochboxenanbieters. Vorbörslich und im frühen Geschäft hatte die Aktie noch auf Kurse über 11,00 Euro zugelegt. Im SDax gehört das Papier mittlerweile zu den größten Verlierern mit einem Minus von fünf Prozent.

Beim Blick auf den Chart wird klar, dass die Zahlen wohl nicht die so sehnlichst erhoffte Trendwende für das Berliner Unternehmen bringen, das aus dem Start-up-Portfolio von Rocket Internet hervorgegangen ist. Mit über 48 Prozent ist Rocket immer noch der größte Einzelaktionär, nur gut 14,5 Prozent sind im Streubesitz.

Nur noch knapp über dem Ausgabekurs

Vom Abstieg der Höchstkurse aus dem Sommer bei bis zu 15,00 Euro hat sich der Kurs des Papiers bisher nicht wirklich erholt. Zur Erinnerung: HelloFresh kamen Anfang November 2017 für 10,25 Euro an den Markt, nachdem das Unternehmen im Vorfeld erhebliche Abstriche bei der Bewertung machen musste. Auf diesem Niveau findet sich das Papier derzeit in etwa wieder. Außer Spesen also nichts gewesen?

Um keine Missverständnisse aufkommen zu lassen: Das Geschäftsmodell von HelloFresh, mittlerweile auch in den USA tätig, funktioniert, wie die Zahlen des dritten Quartals gezeigt haben. Auch JPMorgan-Analyst Marcus Diebel sprach in einer ersten Reaktion von soliden Zahlen. Er bewertet die Aktie mit einem "Overweight"-Votum und einem Kursziel von 17 Euro - da wäre also durchaus noch Luft. Mehr Klarheit erwartet sich der Experte übrigens vom Kapitalmarkttag, der ebenfalls heute stattfindet.

40 Prozent Umsatzwachstum

Konkret hat HelloFresh im Quartal die Anzahl der Kunden im Jahresvergleich von 1,28 auf 1,84 Millionen gesteigert. Die Anzahl der Bestellungen stieg um 36,96 Prozent auf 6,34 Millionen, und der Umsatz wuchs im Jahresvergleich um knapp 40 Prozent auf 302,2 Millionen Euro. Das bereinigte Ebitda verbesserte sich von minus 4,3 Millionen Euro auf plus 1,6 Millionen Euro.

Der bereinigte Betriebsverlust weitete sich indes um 49 Prozent auf 26 Millionen Euro aus. Der Kochbox-Versender will im kommenden Jahr operativ schwarze Zahlen schreiben. "Wir befinden uns auf einem guten Weg", sagte Firmenchef Dominik Richter am Dienstag. Ursprünglich hatte das Berliner Unternehmen den Break-even für das Schlussquartal geplant, das Ziel allerdings im Sommer zugunsten höherer Investitionen vorübergehend an den Nagel gehängt.

Erst im August hatte das Management um Firmenchef Dominik Richter verstärkte Investitionen angekündigt, unter anderem für neue Angebote in den USA. Allerdings lief das Geschäft dort nun nicht so gut wie von Analysten erwartet.

rm/ nb