Verpackte Cashewkerne aus einer HelloFresh Kochbox
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Anbieter von Kochboxen HelloFresh liefert Zutaten zum Börsengang

Stand: 10.10.2017, 09:00 Uhr

Seit über zwei Jahren wird regelmäßig über einen bevorstehenden Börsengang des Kochboxen-Zuliefers HelloFresh spekuliert. Jetzt ist es endlich soweit.

Die Startup-Schmiede Rocket Internet will den im Jahr 2011 gegründeten Kochboxen-Anbieter an die Börse bringen. Das Unternehmen strebt an den regulierten Markt (Prime Standard) der Frankfurter Wertpapierbörse. Das geplante Angebot soll eine Kapitalerhöhung von 250 bis 300 Millionen Euro umfassen. Diese Erlöse sollen weitere Investitionen in das bestehende Geschäft sowie den Aufbau neuer Geschäftszweige ermöglichen.

Das Angebot werde aus neu ausgegebenen, auf den Inhaber lautenden Stammaktien ohne Nennbetrag (Stückaktien) aus einer Barkapitalerhöhung bestehen. Einen genauen Zeitpunkt für diesen Schritt nennt das Unternehmen nicht.

Ausgeglichenes Ebitda angestrebt

"Der Börsengang ist für uns der nächste logische Schritt, um unser Geschäft weiter auszubauen, unsere Position als führender globaler Anbieter zu sichern und unsere langfristige Wachstumsstrategie mit Nachdruck fortzusetzen", sagt Dominik Richter, Mitgründer und CEO von HelloFresh.

Geld verdient HelloFresh allerdings noch nicht. Die bereinigte Ebitda-Marge betrug im zweiten Quartal minus 7,4 Prozent. HelloFreshs Ziel ist es nun, innerhalb der nächsten 15 Monate ein ausgeglichenes Ebitda und mittelfristig eine bereinigte Ebitda-Marge von 12 bis 15 Prozent zu erreichen.

Aktie des Konkurrenten Blue Apron eingebrochen

Im zweiten Quartal 2017 hat das Unternehmen nach eigenen Angaben einen Umsatz in Höhe von über 230 Millionen Euro erreicht. Für das erste Halbjahr summieren sich die Erlöse auf 435,4 Millionen Euro. Laut HelloFresh bestellt ein aktiver Kunde im Schnitt 3,7 Mal im Quartal eine Kochbox. Dabei beträgt der Einkaufswert pro Bestellung derzeit rund 49 Euro.

Mit über 2.000 Mitarbeitern lieferte HelloFresh im zweiten Quartal 2017 insgesamt 33,7 Millionen Mahlzeiten an die etwa 1,3 Millionen aktiven Kunden aus.

Ende Juni war in den USA das HelloFresh-Pendant Blue Apron an die Börse gegangen. Da kurz darauf allerdings Kundenverluste eingestanden und vor einem weiter schwachen Geschäft gewarnt wurde, war der Kurs des Unternehmens steil auf Talfahrt gegangen und hat sich seither nicht erholen können. Dies bereitete nicht nur den betroffenen Anlegern von Blue Apron Sorgen. Vielmehr wurden Rückschlüsse auch auf HelloFresh gezogen, die in der Folge den Rocket-Kurs kräftig belastet hatten.

lg