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Marktführerschaft in den USA Hellofresh legt eine Gabel drauf

Stand: 14.05.2018, 09:19 Uhr

Der Kochboxenversender wächst weiterhin heftig und kann sogar seine Vorgaben für das laufende Geschäftsjahr erhöhen. Noch allerdings schreibt der Börsenneuling operativ deutlich rote Zahlen. Besserung scheint aber in Sicht.

Das klingt doch nach Expansion: Den Kundenstamm hat der Spezialist für Kochzutaten, die per Box versendet werden, um 62 Prozent auf 1,88 Millionen ausgeweitet. Beim Umsatz gab es ein Plus von 44 Prozent auf 205,3 Millionen Euro im Quartal. In lokalen Währungen hätte der Zuwachs sogar bei 60 Prozent gelegen, Hellofresh ist schwerpunktmäßig in den USA vertreten.

US-Markt als Stellschraube

Im US-Markt hat das Unternehmen in den vergangenen Monaten nach eigenen Angaben sogar die Marktführerschaft übernommen, zumindest was die erwirtschafteten Erlöse in der wichtigen Absatzregion angeht. Deutlich mehr als die Hälfte seines weltweiten Geschäfts macht Hellofresh in den USA. Mit Aktivitäten außerdem in Kanada, Australien, Deutschland, Großbritannien und weiteren Ländern in Europa bezeichnet sich das Unternehmen als "globaler" Marktführer. Bis Ende März 2018 hat Hellofresh im Quartal 48,3 Millionen der Kochboxen mit Zutaten und Kochtipps versendet.

Auf der Ergebnisseite bleiben nach dem Auftaktquartal freilich noch Wünsche offen. Operativ, also vor Steuern und Zinsen (Ebit), betrug das Minus im ersten Dreimonatszeitraum 27,9 Millionen Euro, das ist immerhin ein um 15 Prozent kleineres Minus als im Vorjahreszeitraum. Und Hellofresh schaffte im Berichtszeitraum erstmals einen positiven Cashflow aus seiner laufenden Geschäftstätigkeit, der bei 6,6 Millionen Euro lag. Die schwarzen Zahlen rücken also ein wenig näher.

Mehr Umsatz plus Übernahme

Während sich das Unternehmen am Montag nicht dazu äußerte, wann diese Profitabilität zu erwarten ist, wurde die eigene Prognose für den Umsatz im laufenden Gesamtgeschäftsjahr nach oben korrigiert. Statt einem Zuwachs um 30 Prozent werden nun bis zu 35 Prozent Erlösplus erwartet. Dabei noch nicht einbezogen ist die kürzlich übernommene Firma Green Chef. Sie soll ab dem zweiten Quartal zusätzlich 15 Millionen Dollar, pro Quartal, an Geschäft beisteuern.

Die Hellofresh-Aktie startet am Montag mit Kursgewinnen von rund neun Prozent in den Handel. Anleger setzen offenbar genau wie das Unternehmen auf die Chancen der weltweiten Expansion.

AB