HelloFresh-Kochbox mit Lebensmitteln, davor hält eine Hand drei Rezeptkarten

Börsenneuling hofft auf 2018 HelloFresh köchelt in Verlustzone

Stand: 21.11.2017, 09:14 Uhr

Das Minus beim operativen Ergebnis ist zwar kleiner geworden. Doch im laufenden Jahr müssen sich Anleger auch insgesamt weiter auf rote Zahlen einstellen. Die Aktie des Börseneulings startet stärker in den Handel.

Rund zwei Prozent über Vortagesschluss notiert HelloFresh am Dienstagmorgen. Mit derzeit 9,93 Euro liegt sie damit aber noch klar unter dem Ausgabekurs beim Börsengang von 10,25 Euro. Anfang November war das Unternehmen, das auf die Versendung von warmen Mahlzeiten per Kochbox spezialisiert ist, an die Börse gegangen.

Wachstum im US-Geschäft

Die Zahlen entsprechen im wesentlichen den Erwartungen an ein Unternehmen, das sich derzeit noch vorrangig auf die internationale Expansion konzentriert. HelloFresh hat im dritten Quartal 33,7 Millionen Mahlzeiten an knapp 1,3 Millionen aktive Kunden verschickt. Weltweit ist HelloFresh in mehreren europäischen Ländern, neben Deutschland auch Großbritannien und die Benelux-Staaten aktiv. Vor allem der US-Markt ist aber ein Schwerpunkt des Geschäfts, hier macht das Unternehmen fast die Hälfte seiner Umsätze und verzeichnet laut Unternehmensangaben dort weiter "starkes Wachstum".

Im dritten Quartal hat Hellofresh seine Erlöse um 48 Prozent auf 217 Millionen Euro gesteigert, obwohl der Zeitraum laut Vorstandschef und Gründer Dominik Richter saisonal eher schwächer ist.

Delivery Hero: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Beim Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda), der einzigen Ergebnisgröße, über die das Unternehmen am Dienstag berichtete, verbuchte man ein Minus von 17,4 Millionen Euro. Das sind zwar drei Millionen Euro Verlust weniger als im Vergleichszeitraum, doch bis bei der Ergebnisgröße die schwarze Null erreicht wird, dürfte noch einige Zeit vergehen. Richter stellte am Morgen das vierte Quartal 2018 dafür in Aussicht. Die Ebitda-Marge verbesserte sich im Quartal von minus 14 auf minus acht Prozent.

Rocket noch satt an Bord

An Hellofresh ist die Internet-Holding Rocket Internet derzeit noch mit rund 48 Prozent beteiligt. Weitere 15 Prozent liegen bei einem Venture Capital-Unternehmen. Der Free Float liegt drei Wochen nach dem Börsengang bei knapp 17 Prozent. Im Sommer war auch die Rocket-Internet-Minderheitsbeteiligung Delivery Hero an die Börse gegangen.

AB