Heckleuchte eines Citroen Picasso von Hella
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Weniger Gewinn Hella: Damit hatten die Anleger nicht gerechnet

Stand: 27.09.2017, 09:13 Uhr

Der Trend zur Energieeinsparung, Elektrifizierung oder zum autonomen Fahren hilft dem Autozulieferer Hella auf die Sprünge. Doch der Ausbau der Werke und höhere Steuern drücken auf das Ergebnis. Die verwöhnten Anleger sind geschockt.

Im morgendlichen Handel verliert die Aktie bis zu 7,8 Prozent und ist damit der mit Abstand schwächste Wert im MDax. Auf Jahressicht haben die Anleger aber keinen Grund zu meckern. Im Gegenteil. Hella gehört zu den Favoriten im MDax. Seit Januar ist das Papier um rund 40 Prozent gestiegen.

Im ersten Quartal des neuen Geschäftsjahres 2017/18 hat Hella den Umsatz weiter steigern können, wie Konzernchef Rolf Breidenbach am Morgen mitteilte. "So sind wir im ersten Quartal stärker gewachsen als der weltweite Automobilmarkt." Der Umsatz legte im Zeitraum Juni bis August um 4,9 Prozent auf 1,6 Milliarden Euro zu, währungsbereinigt um 5,8 Prozent.

Investitionen verschlingen viel Geld

Ausschlaggebend seien die weltweite Aufstellung und Produkte für autonomes Fahren und Elektrifizierung gewesen, sagte der Hella-Chef. Der Ausbau der Werke und Investitionen in neue Technik kosteten den MDax-Konzern aber auch viel Geld, weswegen das operative Ergebnis im ersten Geschäftsquartal zurückging. Das Ersatzteilgeschäft und Spezialanwendungen für Bau- und Landwirtschaft machten das zwar wieder wett, doch Analysten hatten mehr erwartet.

"Am Markt hatte man damit gerechnet, dass Hella die Erwartungen übertrifft", sagte der Händler. Die Ergebnisse im ersten Geschäftsquartal rechtfertigten den hohen Aktienkurs nicht, daher drohe nun ein Rücksetzer.

So kletterte das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern "nur" um 5,6 Prozent auf 125 Millionen Euro. Die entsprechende Marge stieg leicht auf 7,7 Prozent. Hella setzt weiter darauf, im Geschäftsjahr einen Wert von rund acht Prozent zu erreichen.

Gewinn etwas schwächer

Höhere Steuern und ein etwas schlechteres Finanzergebnis sorgten aber dafür, dass der auf die Aktionäre verbleibende Gewinn unterm Strich mit 82,6 Millionen Euro knapp unter dem Wert aus dem Vorjahr lag. Neben Investitionen kam auch der Euro den Westfalen im Geschäft mit der Autoindustrie in die Quere. Die wiedererstarkte Währung habe vor allem in Nordamerika und Asien belastet.

Neue Produktionswerke in Mexiko, China, Litauen und Indien drückten ebenfalls aufs Ergebnis, weil sie noch nicht so gut ausgelastet sind. Zusammen mit höheren Ausgaben für Forschung und Entwicklung ließen diese Faktoren das bereinigte operative Ergebnis der Auto-Sparte um sieben Prozent absacken.

Dafür schnitt Hella bei Spezialanwendungen für Bau- und Landmaschinen sowie Lkw-Anhängern spürbar besser ab als ein Jahr zuvor. Das lag an vielen Bestellungen in Australien, aber auch am Wegfall negativer Einflüsse aus dem Vorjahr.

lg