Skyline von Hongkong

Umgerechnet 1.300 US-Dollar pro Kopf Coronavirus: "Helikoptergeld" für Hongkong

Stand: 26.02.2020, 07:35 Uhr

Nun ist es soweit: Zum ersten Mal wird das radikale Prinzip des "Helikoptergelds" praktiziert.

Die Regierung in Hongkong verspricht den Einwohnern der chinesischen Sonderverwaltungszone finanzielle Hilfe. Um die wirtschaftlichen Einbußen infolge der monatelangen Proteste und den Ausbruch des Coronavirus abzumildern, würde jeder ständige Bewohner 10.000 Hongkong-Dollar (umgerechnet 1.300 US-Dollar) erhalten, berichtete die Zeitung "South China Morning Post" mit Verweis auf die Bekanntgabe des Haushaltsplans von Finanzminister Paul Chan. Dieser gehe davon aus, dass Hongkongs Wirtschaft von 2021 bis 2024 real um durchschnittlich 2,8 Prozent wachsen dürfte. Für 2020 prognostizierte er, dass das Bruttoinlandsprodukt zwischen einem Rückgang von 1,5 Prozent und einem Wachstum von 0,5 Prozent liegen würde.

Chan kündigte weitere Maßnahmen zur Unterstützung der Wirtschaft an. Die handelsabhängige Wirtschaft Hongkongs wurde in den vergangenen Monaten von Risiken gebeutelt, darunter der Schock der oft gewalttätigen Proteste in der zweiten Hälfte des vergangenen Jahres und der Ausbruch des Coronavirus zu Beginn dieses Jahres.

Der Begriff "Helikoptergeld" geht auf Milton Friedman zurück. Der US-Ökonom und Nobelpreisträger wählte vor vier Jahrzehnten in seinem Buch "Optimum Quantity of Money" das Bild eines Hubschraubers, um beim Kampf gegen Rezession und Deflation die Wirkungszusammenhänge in der Geldpolitik zu veranschaulichen. Was passiere, wenn ein Helikopter über einer Stadt fliege und 1.000-Dollar-Scheine vom Himmel werfe, fragte er. Die Antwort des US-Ökonomen: Die Inflation steigt.

ME/rtr