Ein Heidelberger Druck-Mitarbeiter montiert ein Druckwerk

Aktie rauscht ab HeidelDruck druckt weniger Gewinn

Stand: 12.06.2018, 10:22 Uhr

Klein, aber oho! Der SDax ist am Dienstag auf ein neues Rekordhoch gestürmt. Doch eine Aktie fällt aus dem Rahmen: Heidelberger Druck. Der Spezial-Maschinenbauer vertreibt die Anleger mit einer schwachen Jahresprognose.

Während der SDax auf zeitweise über 12.700 Punkte steigt, bricht die Aktie der Heidelberger Druckmaschinen um bis zu rund zehn Prozent ein. Mit 2,80 Euro rutscht der Kurs auf den tiefsten Stand seit Mitte Februar. Auf Ein-Jahres-Sicht tritt die Aktie auf der Stelle.

Moderates Wachstum im laufenden Geschäftsjahr

Investoren hätten mit einer optimistischeren Prognose für das Geschäftsjahr 2018/19 gerechnet, sagte ein Händler. Der Maschinenbauer peilt lediglich einen moderaten Zuwachs von Umsatz und Nettoergebnis an. Zwar verwies das Unternehmen auf einen soliden Auftragsbestand, warnte aber vor negativen Wechselkurseffekten in der ersten Hälfte des seit April laufenden Bilanzjahres 2018/19.

SDax: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
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Die Ebitda-Marge ohne Restrukturierungsergebnis soll bei sieben bis 7,5 Prozent liegen. Im Vorjahr war ein Wert von 7,1 Prozent erreicht worden. Die Aussagen eines "moderaten Wachstums" und das Profitabilitätsziel seien "recht unambitioniert", kritisierte Commerzbank-Analyst Malte Schulz. Er habe mit etwas früheren Gewinnbeiträgen durch das operative Strategieprogramm "Exzellenz" gerechnet.

US-Steuerreform frisst Gewinn auf

2017/18 sorgten die Belastungen aus Währungseffekten für einen Umsatzrückgang von vier Prozent auf 2,42 Milliarden Euro. Das Ebitda ohne Restrukturierungsergebnis schrumpfte auf 172 Millionen Euro. Unterm Strich blieb nur noch ein Gewinn von 14 Millionen Euro übrig – wegen der Auswirkungen der US-Steuerreform. Im vorangegangenen Geschäftsjahr hatte HeidelDruck noch deutlich mehr, nämlich 36 Millionen Euro verdient.

Nun setzt der SDax-Konzern auf die Digitalisierung. Dieser Trend werde ab dem kommenden Bilanzjahr für Rückenwind sorgen, kündigte das Unternehmen an. Hierfür plant Heidelberger Druck weitere Zukäufe. "Unsere Wachstumsinitiativen werden flankiert von einem neuen Finanzierungsrahmen, der uns auch ermöglicht, durch gezielte Zukäufe die digitale Transformation weiter zu beschleunigen", erklärte Finanzchef Dirk Kaliebe.

nb