Zementsäcke mit der Aufschrift

Tagesgeschäft unter Druck Heidelcement: Verflixter kalter Winter

Stand: 09.05.2018, 11:18 Uhr

Der kalte Winter in Europa und Nordamerika sowie der schwache Dollar haben dem Baustoffkonzern HeidelbergCement die Quartalsbilanz vermiest. Insgesamt soll es in diesem Jahr aber wieder besser laufen.

Das operative Ergebnis ging in den ersten drei Monaten im Jahresvergleich um gut ein Drittel auf 252 Millionen Euro zurück. Analysten hatten mit deutlich besseren Zahlen gerechnet. Während die Geschäfte für HeidelbergCement in Nordamerika und Europa aufgrund des strengen Winters deutlich schlechter liefen, verzeichnete der Dax-Konzern deutliche Zuwächse in der Region Asien-Pazifik. Doch das reichte nicht, um die schwächeren Erlöse auszugleichen.

Der Umsatz schrumpfte - auch wegen ungünstiger Wechselkurse aufgrund des starken Euro - um vier Prozent auf 3,6 Milliarden Euro. Den Verlust von 23 Millionen Euro konnten die Kurpfälzer durch die Trennung von Geschäftsteilen mehr als ausgleichen. Der Verkauf der Kalksandsteinsparte in Deutschland und des Weißzementgeschäfts in den USA spülte 134 Millionen Euro in die Kasse, so dass unter dem Strich sechs Millionen Überschuss standen gegenüber einem Fehlbetrag von 35 Millionen Euro vor Jahresfrist.

Weitere Verkäufe geplant

HeidelbergCement: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
70,10
Differenz relativ
+0,29%

Weitere Verkäufe von Aktivitäten, die nicht zum Kerngeschäft gehören, sind geplant. Das soll neben niedrigeren Zinszahlungen die zuletzt auf 1,2 Milliarden Euro gestiegenen frei verfügbaren Mittel weiter erhöhen. Auch LafargeHolcim baut sein Portfolio mit Verkäufen um und stellte daraus bis Anfang 2019 einen Erlös von mindestens zwei Milliarden Franken in Aussicht.

Am Aktienmarkt kam die Quartalsbilanz zunächst nicht gut an. Kurz nach Handelsstart verlor die HeidelbergCement-Aktie 1,35 Prozent, drehte im weiteren Verlauf aber ins Plus. Von seinem im Januar markierten Rekordhoch bei 95,50 Euro ist das Papier aber noch gut zehn Euro entfernt.

Positiver Jahresausblick

Dass die Anleger trotzdem positiv gestimmt sind, liegt auch am positiven Jahresausblick. "Die grundlegend positive Dynamik stimmt uns zuversichtlich für das Jahr 2018", erklärte Vorstandschef Bernd Scheifele, der die Jahresbilanz 2017 auf der Hauptversammlung in Heidelberg präsentierte. Nach der Flaute zu Jahresbeginn werde die operative Leistung in den kommenden Quartalen deutlich steigen. Auch sollen Preiserhöhungen in vielen Märkten ab dem zweiten Vierteljahr greifen.

Für das laufende Jahr peilt HeidelbergCement einen moderaten Anstieg bei Umsatz und Ebitda an. Damit gehen die Heidelberger von einem Anstieg von drei bis neun Prozent aus. Der Jahresüberschuss soll deutlich zulegen, das heißt um mindestens zehn Prozent. Dabei rechnet der Konzern etwa Wechselkurs- und Konsolidierungseffekte heraus.

lg