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Weniger Gewinn im vergangenen Jahr HeidelbergCement: Ja, ja, das Wetter

Stand: 19.02.2019, 16:01 Uhr

Gleich mehrere Faktoren haben dem Baustoffkonzern im vergangenen Jahr einen Gewinnrückgang beschert. Immerhin schlug sich das Unternehmen dennoch besser als von Experten erwartet. Und die Aussichten sind eher heiter. Die Aktie steigt.

Die Zementnachfrage wird auch im laufenden Jahr weiter steigen, da ist sich HeidelCement-Chef Bernd Scheifele am Dienstag sicher. Um auch die Gewinnmaschine beim Dax-Konzern wieder in Gang zu bringen, will der Konzern die Investitionen kürzen und Kosten in Vertrieb und Verwaltung reduzieren. Konkrete Ergebnisziele gab der Manager aber mit der Veröffentlichung der Jahreszahlen nicht bekannt.

Diese Jahresergebnisse lassen ein wenig zu wünschen übrig: Gestiegene Energiekosten, widriges Wetter und ungünstige Wechselkurse haben im vergangenen Jahr für einen Gewinnrückgang gesorgt. Operativ verdiente man 2018 mit 3,07 Milliarden Euro knapp sieben Prozent weniger als im Vorjahr.

Ziemlich wetterfühlig

Auf Basis vorläufiger Zahlen kletterte der Umsatz um 4,7 Prozent auf gut 18 Milliarden Euro. Damit schnitt HeidelCement etwas besser ab als am Markt erwartet. Analysten hatten einen Gewinn vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (Ebitda) von 3,06 Milliarden Euro bei einem Umsatz von 17,8 Milliarden Europrognostiziert.

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Die stark gestiegenen Preise für Strom, Kohle und Öl und das durch Kälte und Regen gebremste US-Geschäft hatten den Baustoffriesen im Oktober zu einer Gewinnwarnung gezwungen. Operativ konnte das Unternehmen nach eigenen Angaben schlechte Wetterbedingungen insbesondere in den USA und höhere Kosten durch höhere Absätze und Preiserhöhungen nahezu ausgleichen Bei Absatz und Umsatz hat der Konzern sogar neue Rekordwerte erreicht.

Regionale Unterschiede

Regional entwickelte sich das Geschäft unterschiedlich. Während in Deutschland der Wohnungsbau für wachsende Nachfrage sorgte, litt der Markt Großbritannien unter der Unsicherheit infolge des bevorstehenden EU-Austritts. Auf den Märkten in Europa und Asien konnte HeidelCement den Betriebsgewinn steigern und den Ergebnisrückgang in Nordamerika und Asien zum Teil ausgleichen.

Die HeidelCement-Aktie hatte sich in den vergangenen Wochen von einem Mehrjahrestief bei knapp 51 wieder deutlich erholt. Derzeit notiert der Titel bei gut 65 Euro. Auf die Zahlen, vor allem aber die Aussichten, reagiert der Markt also zunächst deutlich positiv, die Aktie gehört mit vier Prozent Plus zu den größten Gewinnern im Dax.

Stabwechsel 2020

Wie das Unternehmen weiter mitteilte, werde der bisherige Vize-Chef Dominik von Achten im Februar 2020 die Nachfolge des dann ausscheidenden langjährigen Vorstandsvorsitzenden Bernd Scheifele antreten. Dieser beende nach 15 Jahren das Amt des Vorstandsvorsitzenden und werde nach zweijähriger Abkühlphase der Hauptversammlung 2022 als neuer Aufsichtsratschef vorgeschlagen.

Die HeidelCement-Aktie behauptete am Nachmittag ihre Gewinne, kletterte zeitweise um mehr als 3,5 Prozent und gehörte zu den größten Gewinnern im Dax.

AB/rm