Tesla-Gigafactory in Shanghai

Coronavirus bremst Produktion in China Heftige Gewinnmitnahmen bei Tesla

Stand: 06.02.2020, 08:50 Uhr

Nach der irren Rally der letzten Tage haben Anleger nun Kasse bei Tesla gemacht. Die Aktien des Elektroauto-Pioniers sackten an der Nasdaq um fast 20 Prozent ein. Die Coronavirus-Sorgen haben jetzt auch Tesla erreicht.

Der US-Elektroautobauer warnte am Mittwochabend, dass der Coronavirus-Ausbruch in China die Auslieferung von dort gefertigten Fahrzeugen verzögere. Laut dem Nachrichtensender CNBC hat die Gigafactory in Shanghai auch nach dem Neujahrsfest noch nicht wieder ihren Betrieb aufgenommen. In der Fabrik sollen in diesem Jahr 150.000 Autos produziert werden.

Aktien rutschen um 17 Prozent ab

Tesla: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum Intraday
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Einige Anleger strichen lieber Gewinne ein. Die Aktien von Tesla brachen an der Nasdaq um 17 Prozent ein. Zeitweise lag das Minus bei gut 20 Prozent. Am Montag und Dienstag waren die Papiere des Herstellers von Elektrofahrzeugen um insgesamt gut 36 Prozent nach oben geschossen.

"Nach fünf Tagen in Folge mit Kursgewinnen liegen die Aktien heute im roten Bereich", sagte Analyst David Madden vom Broker CMC Markets. Sein Kollege Jochen Stanzl wies darauf hin, dass Tesla an der Börse mittlerweile vier mal so viel wert sei wie das Traditionsunternehmen Ford Motor.

Spielball von Spekulanten

Die Aktien von Tesla sind zum Spielball von Spekulanten geworden. Short-Spekulanten, die auf fallende Kurse gesetzt hatten, waren nach der jüngsten Kurserholung zum Eindecken gezwungen - und verschärften so den Kurssprung zusätzlich. Glaubt man den Statistiken des spezialisierten Unternehmens S3 Analytics, sind zuletzt fast ein Fünftel der Tesla-Aktien leer verkauft gewesen. Dabei werden geliehene Aktien veräußert, in der Hoffnung, sich später günstiger eindecken zu können. Geht diese Rechnung nicht auf, drohen den Spekulanten hohe Verluste.

Stefan Wolff
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Der irre Tesla-Hype

2013 waren die Tesla-Papiere noch für 35 US-Dollar zu haben. Bis 2017 verzehnfachte sich ihr Wert, bevor die Einführung des "Model 3" die Anleger verunsicherte. Hohe Anlaufkosten, Produktionsprobleme und eine arg angespannte Finanzlage nagten am Vertrauen, bis Juni 2019 ging es bis auf weniger als 180 Dollar nach unten. Seit den guten Quartalszahlen im Oktober drehten die Aktien wieder nach oben – und wie.

Auf dem Weg zur nachhaltigen Profitabilität

In den vergangenen Monaten ist Tesla trotz hoher Expansionskosten auch wirtschaftlich auf dem Weg zur Profitabilität. Der Elektroautobauer schrieb trotz des Expansionskurses zwei Quartale in Folge schwarze Zahlen - und übertraf dabei die Erwartungen von Experten klar. Viele am Markt zweifeln jedoch immer noch, ob Tesla nachhaltig gutes Geld verdienen kann.

Noch sind die Absatzzahlen niedrig, und die Gewinnmargen scheinen laut Experten zu sinken. 2019 hatte Musk das Jahresziel, 360.000 bis 400.000 Fahrzeugen an die Kunden zu bringen, nur mit einem Schlussspurt erfüllen können. Für 2020 stellte Tesla die Rekordauslieferung von mehr als 500.000 Autos in Aussicht. Mit neuen Werken in China und Deutschland könnte diese Zahl mittelfristig noch Luft nach oben bekommen.

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