Wirecard Kreditkarte

Aktie nach neuen Vorwürfen weiter unter Druck Hedgefonds gegen Wirecard

Stand: 11.12.2019, 15:37 Uhr

Nach Bekanntwerden neuer Betrugsvorwürfe ist der Aktienkurs des Dax-Neulings Wirecard weiter massiv unter Druck. Immer mehr Hedgefonds wetten auf fallende Kurse des Zahlungsdienstleisters.

Die erneuten Vorwürfe der "Financial Times" gegen den Zahlungsdienstleister hatten am Montag eine erneute Talfahrt des Dax-Titels eingeleitet. Am Dienstag brach der Kurs um mehr als sieben Prozent ein, zum Handelsschluss stand ein Minus von 4,56 Prozent zu Buche. Damit war die Aktie so wenig wert wie zuletzt im März dieses Jahres. Auch am Mittwoch geht es für die Wirecard-Aktie weiter bergab: Zuletzt notierte sie unter 104 Euro und damit weitere 4,8 Prozent im Minus.

Wirecard: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum 3 Monate
Kurs
127,60
Differenz relativ
-0,74%

Hedgefonds wetten auf fallende Kurse

Wie das "Handelsblatt" berichtet, positionieren sich immer mehr Hedgefonds gegen Wirecard. Durch den Aufbau von Netto-Leerverkaufspositionen setzen sie auf fallende Kurse. Immer wieder ist dieses Phänomen bei der Wirecard-Aktie festzustellen.

Wie aus dem Bundesanzeiger hervorgeht, erhöhte der Hedgefonds Slate Path bereits am vergangenen Freitag seine Position auf 1,1 Prozent der geliehenen Aktien. Am Montag wurde auch die Position von TCI Fund auf 0,54 Prozent der ausgegebenen Aktien ausgebaut. Am Dienstag erhöhte dann auch Greenvale Capital seine Position auf 0,54 Prozent. "Wir stellten zuletzt vermehrte Aktivitäten fest", bestätigte auch eine Wirecard-Sprecherin gegenüber dem "Handelsblatt".

Bereits im Oktober hatten Marshall Wace, Citadel Europe und Slate Path mit Leerverkaufspositionen auf fallende Kurse bei Wirecard gewettet.

Hedgefonds durch Detektive beschattet?

Nachdem "Financial Times" am Montag mit ihrem Bericht für Aufmerksamkeit gesorgt hatte, veröffentlichte sie am Mittwoch erneut eine Meldung, die sich auf Wirecard bezieht. Demnach habe ein ehemaliger libyscher Geheimdienstchef, der angeblich Aktionär bei Wirecard ist, Überwachungsoperationen in London finanziert, die auf eine Reihe von Investoren abzielten.

Mit zwei weiteren Agenten habe der ehemalige Topagent Rami El Obeidi 2019 nach Beweisen für Kursmanipulationen der Wirecard-Aktie durch Marktspekulanten gesucht.

Schon seit der Veröffentlichung des Wirecard-kritischen Zatarra-Berichts 2016 sollen Investoren und Journalisten beschattet worden sein. Gegenüber dem "Handelsblatt" dementierte die Wirecard-Sprecherin eine Beteiligung des Unternehmens. Wirecard habe "niemanden beauftragt, Individuen zu untersuchen oder beschatten zu lassen".

ms

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Wirecard vs. "FT" - Chronologie der Ereignisse Galerie

Kursverlauf Wirecard, 1. Januar bis 19. März 2019

30.1.19: Erste Vorwürfe
Am Mittwoch, 30. Januar bricht die Wirecard-Aktie nachmittags schlagartig um rund 21 Prozent ein. Grund ist ein kritischer Bericht in der Online-Ausgabe der "Financial Times" über den Zahlungsabwickler. Demnach habe ein hochrangiger Manager in Singapur im vergangenen Jahr womöglich Verträge gefälscht und Geldwäsche betrieben. Die Zeitung bezog sich auf eine von ihr eingesehene interne Präsentation, die sich mit zweifelhaften Geldströmen beschäftigt haben soll.