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Börsengang der Siemens-Tochter Healthineers doch kein Renner

Stand: 15.03.2018, 14:11 Uhr

Die Bücher beim geplanten Börsengang der Siemens-Medizintechniktochter Healthineers sind geschlossen. Die Nachfrage war offenbar geringer als ursprünglich erhofft.

Joe Kaeser, Siemens

Joe Kaeser. | Bildquelle: picture alliance / dpa

Die Preisprognose lag laut einer der beteiligten Banken zuletzt bei 27,50 bis 28,50 Euro. In diesem Bereich würden alle angebotenen Aktien Abnehmer finden. Gebote unter 28 Euro würden Gefahr laufen, nicht berücksichtigt zu werden, hieß es bis kurz bevor die Bücher für die Zeichnung der Papiere um 13 Uhr geschlossen wurden.

Im Handel per Erscheinen beim Broker Lang & Schwarz (L&S) stehen die Healthineers-Papiere zuletzt unter Druck und liegen bei 29,70 Euro. Noch vor einer Woche wurden sie zu einem Spitzenpreis von 38,50 Euro bewertet.

Analysten waren zu optimistisch

Siemens will 15 Prozent der Tochter oder 150 Millionen Aktien an die Börse bringen. Die Preisspanne für die Papiere war auf 26 bis 31 Euro festgesetzt worden. Auf Basis des zunächst genannten Maximalpreises würde Healthineers mit 31 Milliarden Euro bewertet.

Das liegt deutlich unter früheren Analystenschätzungen von bis zu 40 Milliarden Euro. Im Handel per Erscheinen können risikofreudige Anleger bereits vor dem Börsengang zum Zug kommen. Sie bekommen die Papiere dann nach dem Börsengang geliefert. In der Regel starten Broker diesen Handel mit Start der Zeichnungsfrist.

Blütenträume erfüllen sich nicht

Siemens-Chef Joe Kaeser hatte auf einen Börsenwert von bis zu 35 Milliarden Euro für die Erlanger Tochter gehofft, Anleger sehen sie offenbar bei nur 28 Milliarden. Dieser Schätzung zufolge kann Siemens mit einem Emissionserlös von 4,2 Milliarden Euro rechnen. Healthineers wird damit der größte Börsengang in Frankfurt seit der RWE-Abspaltung Innogy vor eineinhalb Jahren. Die Blütenträume von einer Zehn-Milliarden-Emission erfüllen sich aber nicht.

Der Münchner Industriekonzern gibt 15 Prozent an der Tochter ab. Der Erlös war dabei aber zweitrangig. Primär ging es Siemens darum, dass Healthineers das Wachstum künftig selbst finanzieren und so eine aktive Rolle in der Konsolidierung der Branche spielen kann. Dazu sollen die Aktien als Akquisitionswährung zum Kauf von Unternehmen eingesetzt werden.

lg