Harley-Davidson LiveWire

Bittere Panne Harley-Davidson stoppt E-Motorrad

Stand: 15.10.2019, 09:29 Uhr

Der unter sinkender Nachfrage und Trump leidende Motorrad-Hersteller Harley Davidson wollte mit dem E-Motorrad neue Kundengruppen ansprechen. Doch nun musste die Produktion vorübergehend stoppt werden. Schuld hat ein eher banales Bauteil.

Laut einem internen Memo, aus dem das "Wall Street Journal" zitierte, gibt es ein Problem mit dem Ladegerät des 30.000 Dollar teuren Fahrzeugs. Ab wann das LiveWire-Modell wieder ausgeliefert wird, sei vorerst unklar. Dem Unternehmen zufolge sind zunächst weitere Tests und Analysen nötig.

Harley-Davidson hatte das Motorrad im Januar auf der Technik-Messe CES in Las Vegas zusammen mit dem japanischen Elektronik-Konzern Panasonic präsentiert und nach eigenen Angaben gerade erst mit den ersten Auslieferungen an Händler begonnen.

Ist das E-Bike zu teuer?

Harley-Chef Matt Levatich will mit den E-Motorrädern endlich jüngere Kunden anziehen, kämpft doch das 116 Jahre alte Unternehmen seit längerem damit, dass seine Kunden immer älter werden. Harley verkauft mehr als die Hälfte seiner Motorräder in den USA. 2018 ging der Absatz auf dem Heimatmarkt so stark zurück wie seit vier Jahren nicht mehr, und auch für das laufende Jahr wird ein Minus erwartet.

Nach Informationen der Nachrichtenagentur Reuters schrecken jüngere Kunden vor dem Preis für die "LiveWire"-Motorräder zurück, sollen doch die neuen Maschinen fast so viel kosten ein Tesla Model 3. "Das Interesse ist sehr groß", sagte ein Verkäufer aus New Jersey. "Aber sobald das Gespräch auf den Preis kommt, verschwindet es sofort."

Aktie unter Druck

An der Börse kamen die Nachrichten bisher nicht gut an: Die Harley-Aktien konnten sich nach einem Einbruch im August zuletzt zwar wieder etwas erholen, notieren aber immer noch deutlich unter ihrem Niveau des Vorjahres.

Auch das Verhältnis der Firma zu Donald Trump hatte in der Vergangenheit wiederholt für negative Schlagzeilen gesorgt. Der US-Präsident hatte die Kultfirma scharf kritisiert und im vergangenen Jahr sogar Boykottaufrufe seiner Anhänger unterstützt. Trump war verärgert, weil Harley-Davidson angekündigt hatte, einen Teil der Produktion ins Ausland zu verlagern.

lg/dpa/rtr