Harley Davidson LiveWire

Neue Technik, neue Kunden? Die E-Harley ist da

Stand: 08.01.2019, 09:18 Uhr

Der Kult-Motorrad-Hersteller aus den USA springt mit viel Energie auf den Elektro-Trend auf. Bereits ab August sollen die E-Harleys auf den Straßen rollen. Mit dem strategischen Schritt verfolgt das Unternehmen mehrere Ziele.

Das charakteristische tiefe Knattern des Verbrennungsmotors fällt beim neuen E-Modell von Harley Davidson natürlich weg. Am Fahrkomfort dürften Motorrad-Freunde dank des anzugsstarken Elektro-Aggregats dennoch ihre Freude haben: Das Modell "LiveWire" kommt von null auf 60 Meilen pro Stunde (96,5 km/h) in 3,5 Sekunden.

Mit knapp 30.000 Dollar Einstiegspreis muss der Harley-Fan in etwa so viel zahlen wie für ein gängiges Elektroauto. Ausgeliefert werden soll es ab August. Die Reichweite einer Batterieladung gibt Harley-Davidson mit 110 Meilen (rund 177 Kilometer) an - weist aber darauf hin, dass die Werte beim Serienmodell abweichen und auch vom Wetter abhängen könnten.

Fahrzeug als Technik-Gadget

Bezeichnenderweise präsentierte Harley-Davidson das Motorrad am Montag auf der Technik-Messe CES in Las Vegas zusammen mit dem japanischen Elektronik-Konzern Panasonic, der wichtige Technik unter anderem für die Vernetzung beisteuert.

Das Motorrad ist denn auch neben einem Fahrzeug auch ein Technik-"Gadget": So kann man per Smartphone-App nicht nur den Ladestand prüfen, sondern bekommt auch eine Benachrichtigung, wenn das Motorrad umgestoßen oder bewegt wurde.

Europa-Geschäft im Fokus

Der Konzern verfolgt mehrere Ziele mit seiner E-Offensive: Zum einen will man neue, vor allem jüngere Kundenschichten ansprechen, die dem Unternehmen zuletzt eher abhanden gekommen sind. Gerade die jungen Amerikaner zeigten zuletzt ein geringeres Interesse an der Mobilität auf zwei Rädern.

Harley-Davidson: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum Intraday
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Zum anderen forciert das Unternehmen nun auch mit der E-Variante seiner Motorräder das internationale Geschäft. Im abgelaufenen Quartal hatte bereits der Verkaufserfolg der "klassischen" Harleys in Europa die Schwächen im US-Geschäft ausgebügelt. Der Gewinn schnellte daher im abgelaufenen Quartal um zwei Drittel auf knapp 114 Millionen Dollar nach oben, der Umsatz stieg um knapp 17 Prozent auf 1,12 Milliarden Dollar. Damit übertraf der Konzern die Erwartungen der Analysten auch deutlich.

Auch der Aktie dürfte die neue Elektro-Initiative neue Wachstumsfantasie einhauchen. Der Titel war im vergangenen Jahr lange seitwärts gelaufen, hatte dann aber zum Jahresende mit dem Gesamtmarkt deutlich Federn lassen müssen.

AB