Hapag-Lloyd Container-Schiff im Hamburger Hafen

Prognose erhöht Hapag-Lloyd kennt keine Corona-Krise

Stand: 15.10.2020, 11:55 Uhr

In Pandemie-Zeiten gibt es auch positive Nachrichten: Die Reederei Hapag-Lloyd berichtet über ein starkes drittes Quartal und hohe Nachfrage. Das Management traut sich jetzt auch für das Gesamtjahr mehr zu.

Die Reederei hat im dritten Quartal besser abgeschnitten als erwartet und ihre Jahresziele erhöht. Der Vorstand peilt 2020 nun ein operatives Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) von 2,4 bis 2,6 Milliarden Euro an statt von 1,7 bis 2,2 Milliarden.

Im dritten Quartal stieg das Ebitda nach ersten Berechnungen auf rund 650 Millionen Euro. Im Vorjahr waren es noch 554 Millionen gewesen. Haupttreiber seien eine deutlich höhere Nachfrage und ein striktes Kostenmanagement. "Wir haben ein starkes drittes Quartal mit einer hohen Nachfrage erlebt, insbesondere für Exporte aus Asien", erklärte Konzernchef Rolf Habben Jansen.

Signifikante Prognoseerhöhung

Das operative Ergebnis (Ebit) stieg vorläufigen Zahlen zufolge von 643 Millionen Euro im Vorjahr auf rund 850 Millionen. Hier peilt die Reederei für das Gesamtjahr nun eine Summe zwischen 1,1 und 1,3 Milliarden Euro an. Das wäre ein Drittel mehr als im Vorjahr. Zuvor lag die Spanne zwischen 0,5 - 1,0 Milliarden.

Trotz der erhöhten Gewinnprognose betrachtet die Konzernführung die Risiken durch die Covid-19-Pandemie und deren wirtschaftliche Folgen jedoch weiterhin als hoch. Daher sei auch die neue Gewinnprognose mit hohen Unsicherheiten behaftet, hieß es. Die finalen Geschäftszahlen für die ersten neun Monate 2020 werden am 13. November 2020 veröffentlicht.

Anleger sind zurückhaltend

Das Analysehaus Kepler Cheuvreux reagierte auf die frischen Daten und empfiehlt nun, die Hapag-Lloyd-Aktie zu kaufen. Das Kursziel wurde deutlich von 61 auf 86 Euro angehoben. Der Ausblick für die Frachtraten sei besser als bislang gedacht, schrieb Analyst Petter. Daher habe er seine Gewinnschätzungen für die Reederei angehoben.   

An der Börse kamen die Neuigkeiten zunächst gut an. Die Hapag-Lloyd-Aktie legte sofort um drei Prozent zu, sackte anschließend aber wieder unter das Vortagesniveau. Aktuell kostet sie etwas mehr als 58 Euro. Im vergangenen halben Jahr hat die Reederei ein Fünftel ihres Börsenwerts verloren.

Experten erklärten das Ausmaß der Schwankungen damit, dass sich nur 3,6 Prozent der Hapag-Aktien im Streubesitz befinden. Rund 96,4 Prozent der Anteilsscheine befinden sich im Besitz der Großaktionäre Kühne, CSAV, der Stadt Hamburg sowie Staatsfonds aus Katar und Saudi-Arabien. Sie werden an der Börse nicht gehandelt.

Mit einer Flotte von 239 Containerschiffen Hapag-Lloyd gehört zu den größten Linienreedereien der Welt. Sie beschäftigt weltweit etwa 13.000 Mitarbeiter in 129 Ländern.

ts