Mann schwebt an zwei Herzluftballons

Aktie dreht nach Zahlen ins Minus Hapag-Lloyd: Droht jetzt der Liebesentzug?

Stand: 29.08.2017, 13:47 Uhr

Die Hapag-Lloyd-Aktie ist einfach der Anleger-Liebling im SDax. Binnen Jahresfrist hat sie sich mehr als verdoppelt. Doch jetzt gibt es den einen oder anderen Anlass für Gewinnmitnahmen.

Deutschlands größte Containerreederei hat im zweiten Quartal operativ wie auch netto den Sprung in die Gewinnzone geschafft. Die Hamburger profitierten dabei von der Übernahme des arabischen Rivalen UASC und gestiegenen Transportmengen.

Der Chart wusste mehr

Unterm Strich fuhr Hapag-Lloyd einen Gewinn von 16 Millionen Euro ein. Im Vorjahreszeitraum hatte hier noch ein dickes Minus von 99,3 Millionen Euro gestanden.

Während die Zahlen offensichtlich eine fundamentale Bestätigung dessen liefern, was der Chart schon vorweggenommen hatte, schaffen sie es nicht, neue Kursfantasie bei den Anlegern zu entfachen.

Hapag-Lloyd Container-Schiff im Hamburger Hafen

Hapag-Lloyd Container-Schiff im Hamburger Hafen. | Bildquelle: picture alliance / dpa

Kursgewinne nicht von Dauer

Folgerichtig nehmen die Anleger an einem Tag, der noch dazu von einem schwachen Gesamtmarkt gekennzeichnet ist, erst einmal Gewinne mit. Die Hapag-Aktie hat binnen Jahresfrist ein Plus von mehr als 120 Prozent eingefahren.

Am Dienstag steigt sie in einer ersten Reaktion bis auf 38,18 Euro, dreht dann aber ins Minus und fällt bis auf 35,59 Euro zurück.

Umkehrformation Anlass zur Sorge

Die Aktie hat damit punktgenau ihr Rekordhoch vom 23. August (38,18 Euro) angelaufen. Dass sie es nicht überwinden konnte, sondern daran abprallte und sogar ins Minus drehte, ist allerdings kein gutes Zeichen.

Im ultra-kurzfristigen Zeitfenster hat sich damit nämlich ein Doppel-Top ausgebildet, eine klassische Umkehrformation und häufig Vorbote weiterer Kursverluste.

Chef schürt Dividendenhoffnungen

Mittel- bis langfristig könnte die Aktie aber schon bald mit einem neuen Kaufargument bei den Anlegern punkten: Zwei Jahre nach dem Börsengang können sich die Aktionäre von Deutschlands größter Containerreederei Hoffnung auf eine erste Ausschüttung machen.

"Wenn wir unter dem Strich Ende des Jahres schwarze Zahlen schreiben würden, würden wir uns ernsthaft Gedanken über eine Dividendenzahlung für 2017 machen", kündigte Konzernchef Rolf Habben Jansen am Dienstag im Gespräch mit der Nachrichtenagentur Reuters an.

ag

1/8

Das sind die weltgrößten Reedereien Branche im Umbruch

Containerschiff der Mærsk Line

Møller-Mærsk
Trotz des allgemeinen Kapazitätsabbaus in der Schiffahrtsbranche in den letzten beiden Jahren ist die dänische Mærsk-Gruppe, die für ihre Riesenschiffe in hellblau bekannt ist, noch immer die größte Reederei der Welt. Derzeit hat die Mærsk-Flotte laut Schifffahrts-Newsdienst "Alphaliner" eine Gesamt-Transportkapazität von mehr als 3,5 Millionen Standard-Containern (TEU). Im März hat Mærsk von der Oetker-Gruppe die Reederei Hamburg Süd gekauft - das weltweit achtgrößte Seefahrtsunternehmen, gegründet 1871. Die Reederei verfügte über rund 130 Containerfrachter.