US-Handelskrieg - 2018 Donald Trump

Deutsche Bank-Stratege Binky Chadha "Handelskrieg kostet 5.000 Milliarden Dollar"

Stand: 03.06.2019, 10:38 Uhr

Der von Donald Trump angezettelte Handelskrieg mit China hinterlässt immer deutlichere Spuren. Nach Berechnungen von Deutsche Bank-Chefstratege Binky Chadha summieren sich die Verluste für den US-Aktienmarkt auf 5.000 Milliarden Dollar.

Dies sei die Summe, die dem amerikanischen Aktienmarkt seit Beginn des Handelsstreits mit China vor 17 Monaten entgangen ist, so Chadha. Neben anderen Faktoren belaste der anhaltende Zollstreit auch das weltweite Wirtschaftswachstum. Genaue Zahlen nannte der Ökonom jedoch nicht.

Chadhas Berechnungen basieren auf dem Russell 3000, einem der weltweit größten Aktienindizes. In ihm sind die 3.000 Unternehmen mit der höchsten Marktkapitalisierung in den USA gelistet. Danach betrug der Marktwert der enthaltenen Firmen Anfang 2018 rund 28,7 Billionen Dollar, fünf Billionen mehr als zuletzt.

Binky Chadha, Deutsche Bank

Binky Chadha. | Bildquelle: Unternehmen

Auch der Mai-Einbruch geht auf den Zollstreit zurück

Auch den jüngsten Rückgang der anderen Aktienindizes führt der Deutsche Bank-Stratege auf den Handelsstreit zurück. So sei der S&P 500 noch im April auf ein Allzeithoch geklettert, wegen des sich verschärfenden Handelsstreits habe er jedoch im Mai einen Rückschlag von über sechs Prozent hinnehmen müssen. Auch der US-Leitindex Dow Jones ist im Mai um gut sechs Prozent gesunken.

Mit seiner Aussage ist Chadha nicht allein. Auch andere Ökonomen machen in erster Linie den Zollstreit zwischen den USA, China und anderen Staaten wie Mexiko für den Einbruch der Aktienmärkte im Mai verantwortlich.

Ähnlich dramatisch wie die Eurokrise

Anja Kohl
Video

Jetzt ist es ein "Wirtschaftskrieg"


Für den Deutsche Bank-Strategen könnten die Strafzölle ähnlich dramatische Auswirkungen auf die Weltwirtschaft haben wie seinerseits die europäische Finanzkrise 2011/12, als Griechenland ins Wanken geriet und der Euro zeitweise auf der Kippe stand. Und doch: Der bereits jetzt an den Aktienmärkten verursachte Schaden des Handelsstreits entspricht den Berechnungen von Chadha zufolge in etwa dem amerikanischen Handelsdefizit der vergangenen zwölf Jahre.

Allerdings sei die US-Wirtschaft heute in einer deutlich besseren Verfassung als damals. Die Wachstumsrate übersteige drei Prozent und die Arbeitslosigkeit betrage keine fünf Prozent. Somit könne die amerikanische Wirtschaft die Belastungen aus dem Handelsstreit besser abfedern als die vorangegangenen Krisen in Europa oder auf dem Ölmarkt.

lg