Handelskonflikt zwischen USA und China

Trump verschiebt Anhebung von Zöllen Handelskonflikt: Lösung in Sicht?

Stand: 12.09.2019, 09:41 Uhr

Im Handelskonflikt zwischen den USA und China mehren sich die Entspannungssignale. Gute Aussichten für die demnächst geplante Wiederaufnahme der Gespräche zwischen den beiden Staaten.

So wollen die USA die für Anfang nächsten Monats angekündigte Anhebung der Strafzölle auf chinesische Importe im Umfang von 250 Milliarden Dollar um zwei Wochen auf Mitte Oktober verschieben. Das kündigte Präsident Donald Trump am Mittwochabend als "Geste des guten Willens" an.

Auf Bitten des chinesischen Vize-Premiers Liu He und angesichts der Tatsache, dass die Volksrepublik am ersten Oktober ihr 70-jähriges Bestehen feiere, sei vereinbart worden, die geplante Anhebung der Zölle für diese Tranche vom 1. auf den 15. Oktober zu verschieben, schrieb Trump auf Twitter.

China könnte US-Agrarimporte wieder zulassen

USA-China

USA-China. | Bildquelle: picture alliance / ZB

Nach Informationen der Nachrichtenagentur Bloomberg sei auch China vor der nächsten Handelsrunde im Oktober zu einem Zeichen des guten Willens bereit. So soll der Import von US-Agrarprodukten wieder zugelassen werden. Noch gebe es allerdings keine Entscheidung und es sei auch nicht klar, in welchem Umfang der Import von Produkten wie Sojabohnen oder Schweinefleisch wieder erlaubt werden könnte. Nach dem Scheitern der Handelsgespräche im August hatte China den Import gestoppt.

Bereits seit längerem gelten Strafzölle von 25 Prozent für Importe aus China in die USA im Umfang von rund 250 Milliarden Dollar. Sie sollten ursprünglich ab 1. Oktober auf 30 Prozent erhöht werden. Dies soll nun erst zum 15. Oktober passieren.

Liste von Ausnahmen vorgelegt

China hatte zuvor eine Liste von US-Produkten vorgelegt, die von Strafzöllen ausgenommen werden sollen. Es geht um 16 Arten von Produkten, wie Chinas Finanzministerium mitteilte, darunter Medikamente, medizinische Ausrüstung und Chemikalien. Das Ministerium machte keine Angaben über das Volumen. Weitere Ausnahmen würden geprüft, hieß es. Die staatliche Zeitung "Global Times" sprach von einer "Geste des guten Willens" im Handelskrieg, bevor beide Seiten Anfang Oktober wieder Verhandlungen aufnehmen.

Die Unterhändler aus China und den USA sollen sich noch im September in Washington treffen, im Oktober soll es dann eine Verhandlungsrunde auf Ministerebene geben. Trump hatte den jüngsten Schritt der Chinesen begrüßt und von einer respektvollen Geste gesprochen. "Sie haben das Richtige getan", sagte er am Mittwochnachmittag im Weißen Haus. "Es war eine Geste." Stunden später folgte dann sein Tweet.

Zölle könnten Preise anheizen

Erst Ende August hatte sich der Handelskonflikt nochmals zugespitzt: Nachdem Chinas Regierung neue Strafzölle auf US-Einfuhren verkündet hatte, holte Trump zum Gegenschlag aus und kündigte an, sämtliche Strafzölle auf China-Importe um jeweils fünf Prozentpunkte anzuheben.

Nach den Strafzöllen auf China-Importe im Umfang von 250 Milliarden Dollar hatten die USA am ersten September Sonderzölle von 15 Prozent auf weitere chinesische Einfuhren im Wert von mehr als 100 Milliarden Dollar verhängt. Erstmals seit Beginn des Handelskonfliktes waren dabei auch Konsumgüter betroffen.

Die Zölle dürften nach Ansicht von Experten mittelfristig zu Preiserhöhungen für die US-Verbraucher führen. Am 15. Dezember sollen schließlich Strafzölle von ebenfalls 15 Prozent auf weitere Konsumgüter aus China im Wert von rund 160 Milliarden Dollar in Kraft treten. Dann werden auch Produkte wie Smartphones, Laptops und Kleidung erfasst sein. Trump ließ diese letzte Tranche verschieben, um das Weihnachtsgeschäft nicht zu belasten. Wenn auch diese in Kraft treten, wird es von da an auf fast alle Warenimporte aus China Strafzölle geben.

lg/dpa