Konsum

Halloren Pralinenherstellung

Schokoladen-Hersteller mit Gewinnschwund Halloren muss nachsüßen

Stand: 15.04.2015, 15:19 Uhr

Um satte 90 Prozent ist der Gewinn von Halloren im vergangenen Jahr eingebrochen. Steigende Rohstoff-Preise und Schwierigkeiten in Belgien vermiesten dem Unternehmen aus dem Entry Standard die Jahresbilanz. Das Unternehmen plant nun die Flucht nach vorn.

Den Export nach Amerika und Asien anzukurbeln, das hat sich das Traditionsunternehmen aus Halle fest vorgenommen. Hilfreich zur Seite springen soll dem Konzern dabei ein US-Finanzinvestor, der nach Unternehmensangaben auch über umfangreiche Kontakte zu amerikanischen Handelsunternehmen verfügt. Der Investor habe auch schon über eine Barkapitalerhöhung rund 3,5 Millionen Euro in das Unternehmen hineingeschossen, so Firmenchef Klaus Lellé.

Kursabschlag abgebremst

Die Kursverluste bei der Halloren-Aktie am Mittwoch dürften sich auch deswegen in Grenzen halten. Das Papier aus dem Entry Standard verlor am Nachmittag in der Spitze vier Prozent, erholte sich dann aber wieder und liegt am Nachmittag nur noch 1,7 Prozent tiefer.

Von einem ohnehin niedrigen Gewinnniveau ist der Ertrag von Halloren im Gesamtgeschäftsjahr 2014 um 90 Prozent auf 0,2 Millionen Euro abgesackt. In den vergangenen Jahren waren stets Erträge zwischen zwei und 2,5 Millionen Euro angefallen. "Extrem gestiegene Preise bei Haselnüssen und Mandeln, aber auch Kakaoprodukte" sind ein Grund für das Gewinnproblem. Zudem sei im Herbst ein Großkunde beim belgischen Tochterunternehmen Bouchard Daskalidés NV weggebrochen.

Alles auf die Expansions-Karte

Die Umsätze immerhin stiegen 2014 um 3,1 Prozent auf 121,7 Millionen Euro. Die Erlöse - und vermittelst auch die Gewinne sollen nun durch die Expansions-Strategie in Übersee weiter ausgebaut werden. In einem ersten Schritt will Halloren, dank des neuen Partners, den nordamerikanischen Markt ins Visier nehmen. Dann sollen die asiatischen Markte folgen. 3,8 Millionen Euro hat das Unternehmen bereits in den Ausbau der Fertigungs-Kapazitäten für die süße Ware gesteckt.

Aktie schmeckt eher bitter

Die Schoko-Aktie war in den vergangenen Jahren kein ähnlich großer Genuss wie die Süßwaren des Unternehmens. Das Papier notiert derzeit mit 7,20 Euro kaum höher als vor fünf Jahren. Zwischenzeitlich gab es einmal einen Ausflug über die Marke von 8,50 Euro, der aber nicht von langer Dauer war.

AB