Geschlossener H&M-Shop in Köln

Corona-Delle scheint überwunden H&M: Schwarz ist das neue Rot

Stand: 15.09.2020, 10:45 Uhr

Aktien des schwedischen Bekleidungskonzerns kennen am Dienstag kein Halten. Hennes & Mauritz hat auf ein schwaches zweites Quartal ein überraschend gutes drittes folgen lassen.

Die schwedische Modekette hat sich offenbar besser als erwartet von den Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie erholt. H&M rechnet bereits für das abgelaufene dritte Geschäftsquartal (bis Ende August) wieder mit schwarzen Zahlen im operativen Geschäft. Nach vorläufigen Ergebnissen kommt der Konzern auf einen Vorsteuergewinn von rund zwei Milliarden Schwedischen Kronen (192 Millionen Euro), wie er am Dienstag in Stockholm mitteilte.

"Starke Kostenkontrolle"

Der Nettoumsatz fiel jedoch im Jahresvergleich um 19 Prozent auf 50,9 Milliarden Kronen. In den jeweiligen Landeswährungen belief sich der Rückgang auf 16 Prozent. "Mehr Vollpreisverkäufe in Verbindung mit einer starken Kostenkontrolle ermöglichten es dem Unternehmen, bereits im dritten Quartal in die Gewinnzone zu kommen", so das Unternehmen, das in Sachen Bekleidung die weltweite Nummer zwei ist.

Die Kollektionen seien bei den Kunden gut angekommen, teilte der Konzern weiter mit. Zudem habe H&M in der Pandemie schnelle Entscheidungen getroffen und auf eine starke Kostenkontrolle geachtet. Der Konzern hatte bereits im vergangenen Jahr eine digitale Neuausrichtung eingeleitet und eine neue Online-Plattform gestartet. Zudem war ein neues Logistik-System eingeführt worden.

Filialschließungen führten zu Umsatzhalbierung

Im zweiten Quartal war der Umsatz im Jahresvergleich noch um die Hälfte eingebrochen. Zu Beginn des Quartals seien noch etwa 900 der insgesamt über 5.000 zum Konzern gehörenden Läden vorübergehend geschlossen gewesen, hieß es in der Mitteilung. Bis Ende August sei diese Zahl auf gut 200 Filialen geschrumpft. Seine ausführlichen Zahlen für das dritte Quartal will H&M am 1. Oktober veröffentlichen.

Aktie wittert Morgenluft

Auch die Aktie könnte auf die geschäftliche Erholung mit einem Befreiungsschlag reagieren. Der Titel schraubte sich im Handel in Frankfurt um bis zu 14 Prozent auf 15,50 nach oben. Vor Ausbruch der Corona-Krise war die Aktie rund 20 Euro wert, im März war es dann bis auf zehn Euro nach unten gegangen.

AB