Hennes & Mauritz-Schriftzug an einem Münchener Laden
Audio

Gewinn eingebrochen H&M: Diesmal waren's die Rabatte

Stand: 27.03.2018, 09:36 Uhr

Die Modekette Hennes & Mauritz (H&M) konnte auch im ersten Geschäftsquartal den schleichenden Niedergang nicht aufhalten. Im Gegenteil.

Die schwedische Modekette Hennes & Mauritz (H&M) hat im ersten Geschäftsquartal bis Ende Februar einen dramatischen Gewinneinbruch erlitten. So brach das operative Ergebnis um 62 Prozent auf 1,2 Milliarden Kronen (122 Millionen Euro) ein - trotz eines Sonderertrags aus der US-Steuerreform. Der Überschuss sackte im Jahresvergleich um fast die Hälfte auf 1,37 Milliarden Kronen ab, wie das Unternehmen am Morgen mitteilte.

Da die Verkäufe schwach ausfielen und die Ladenhüter nur mit Hilfe hoher Rabatte verkauft werden konnten, verschlechterte sich die Profitabilität. Die Marge sank von 52,1 Prozent auf 49,9 Prozent. Der Umsatz fiel um 1,7 Prozent auf 46,2 Milliarden Kronen. Zudem kam H&M das wechselhafte Wetter in die Quere. In Landeswährungen und inklusive Umsatzsteuer seien die Erlöse aber stabil geblieben, hieß es.

Smartphone wichtiger als Outfit

Damit ist es H&M auch im ersten Quartal nicht gelungen, die Abwärtsspirale zu stoppen. Online-Händler wie Zalando und Asos ziehen Kundschaft ab. Auch beim Preis ist H&M nicht mehr das Maß aller Dinge; Ketten wie Primark sind noch billiger. Gegen den großen Rivalen aus Spanien, Inditex, hat H&M ebenfalls das Nachsehen. Die Zara-Mutter ist wesentlich schneller, wenn es darum geht, die neuesten Trends in die Läden zu bekommen.

Auch die allgemeine Schwäche der Branche macht den Schweden zu schaffen. "Die Kunden sind satt, die Kleiderschränke voll, der Markt ist überbesetzt", beschreibt das Branchenfachblatt "Textilwirtschaft" das Dilemma der Branche. "Die Bekleidung hat für die Verbraucher nicht mehr den Stellenwert wie früher", sagt Handelsexpertin Petra Mücke von der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK). "Heute definiert man sich mehr über ein neues Smartphone als über ein neues Outfit."

Online-Handel soll es bringen

H&M sucht sein Heil nun im Ausbau des Online-Handels. Jüngst hatte Chef Karl-Johan Persson angekündigt, dass das Unternehmen im kommenden Geschäftsjahr wieder wachsen und den Gewinn steigern werde. Ob die Strategie aufgeht, muss sich erst noch zeigen.

Die Anleger sind skeptisch. So hat der Aktienkurs von H&M in den vergangenen vier Jahren zwei Drittel seines Wertes eingebüßt. Einige Analysten hatten bereits vor Veröffentlichung der Zahlen ihre Einstufungen für H&M herabgesetzt. So hat Barclays das Kursziel von 135 auf 125 schwedische Kronen gesenkt. Die Einstufung auf "Underweight" belassen.

lg