Linde Praxair

Prognose angehoben Guter Jahresstart für die 'neue' Linde

Stand: 10.05.2019, 14:57 Uhr

Der weltgrößte Industriegasekonzern soll gleich im ersten Jahr von der Fusion zwischen dem US-Anbieter Praxair und der Münchner Linde AG profitieren. Das neue Unternehmen schraubt die Gewinnprognose hoch.

Das Ergebnis soll in diesem Jahr um neun bis 13 Prozent auf bis zu sieben (2018: 6,19) Dollar je Aktie steigen, bisher hatte Linde acht bis zwölf Prozent in Aussicht gestellt. Die Synergieeffekte aus der Zusammenführung der beiden Unternehmen fielen größer aus als bisher gedacht, hieß es in einer Präsentation zu den Zahlen des ersten Quartals.

Positiv wirkt sich auch die veränderte Kapitalstruktur aus: Mit einem milliardenschweren Aktienrückkauf sinkt die Zahl der Papiere, was den Gewinn je Aktie nach oben treibt. Die im Dax notierte Linde-Aktie legte um 2,3 Prozent auf 156,20 Euro zu.

Kräftiger Schwung

Linde Praxair

Linde Praxair. | Bildquelle: picture alliance / Sven Simon

Der ehemalige Praxair-Chef Steve Angel, der den fusionierten Konzern aus Danbury im US-Bundesstaat Connecticut führt, zeigte sich zufrieden. Das neue Unternehmen habe seit dem Vollzug der Fusion am ersten März einen guten Start erlebt, erklärte er.

"Ich erwarte, dass wir diesen Schwung mitnehmen und die Qualität des Geschäfts unabhängig vom wirtschaftlichen Umfeld weiter verbessern können." In den ersten drei Monaten des Jahres wurde die Geschäftsentwicklung von den bilanziellen Folgen des Zusammenschlusses und von Währungseffekten geprägt.

Wechselkurse belasten

Der fusionierte Konzern legt seine Zahlen in Dollar vor, der Währung, in der auch der Großteil des Geschäfts abgewickelt wird. Wegen der zum Euro und den meisten anderen Währungen anziehenden US-Währung trat Linde beim Umsatz mit 6,91 Milliarden Dollar auf der Stelle.

Ohne die Wechselkurseffekte hätte der Umsatz dank Preiserhöhungen und größerer Verkaufsmengen um fünf Prozent zugelegt. Auf das Jahr hochgerechnet, geht Linde davon aus, dass die Wechselkurse das Geschäft mit drei Prozent belasten.

Komplexes Konstrukt

Die Münchner Linde AG hatte stets von einem starken Dollar profitiert. Das operative Ergebnis der Linde plc lag - bereinigt um die Bilanzeffekte der Fusion und die von den Wettbewerbshütern erzwungenen Verkäufe - mit 1,22 Milliarden Dollar leicht über den 1,21 Milliarden des Vorjahres. Währungsbereinigt wäre das Ergebnis sieben Prozent besser ausgefallen als ein Jahr zuvor. Der Nettogewinn stieg um elf Prozent auf 927 Millionen Dollar.

Die alte Linde AG und Praxair brachten ihre Fusion nach Zustimmung aller Kartellbehörden im Oktober unter Dach und Fach. Das neue Unternehmen mit 80.000 Mitarbeitern durfte aber erst am ersten März an die Arbeit gehen.

In München, Pullach, Augsburg, Trostberg und anderen bayerischen Standorten beschäftigt Linde annähernd 5.000 Mitarbeiter. Vorstandschef Steve Angel führt den Konzern von den USA aus, der steuerrechtliche Sitz ist in Irland, der gesellschaftsrechtliche in England. Linde plc ist in New York und in Frankfurt an der Börse und nach SAP, Siemens und Allianz beim Börsenwert die Nummer vier im Dax.

lg/dpa/rtr