Puma-Logo in einer Kölner Filiale
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Kräftiger Dividendensprung Gut gebrüllt, Puma

Stand: 12.02.2018, 14:33 Uhr

Wenn die Dividende steigt, ist das stets Musik in den Ohren der Aktionäre. Aber die Ausschüttung beim Sportartikler Puma aus dem SDax steigt nicht nur einfach, sie explodiert förmlich.

Fast ist man versucht, die Meldung zweimal zu lesen, die da am Freitag nach Börsenschluss über die Ticker kam. Denn SDax-Mitglied Puma will die Dividende von zuvor 0,75 Euro für 2016 auf 12,50 Euro für 2017 erhöhen. Auch wenn es "nur" eine einmalige Zahlung ist, es wäre mehr als 16 Mal höher als im Vorjahr. Mit der Ausschüttung ergibt sich, basierend auf dem Schlusskurs vom Freitag, eine Dividendenrendite von 3,8 Prozent.

"Angesichts unserer guten Geschäftsentwicklung und unserer soliden Bilanz halten wir diese einmalige Dividende für fair", teilte Konzernchef Bjørn Gulden mit. Die Ausschüttung gelte "langjährigen und geduldigen" Aktionären, die "uns auch in schwierigen Zeiten unterstützt" hätten.

Kering steigt aus

Gemeint ist damit der bisherige Mehrheitsaktionär, der französische Luxuskonzern Kering, der noch 86 Prozent der Anteile hält. Dieser hatte im Januar erklärt, den Großteil seiner Aktien zu verkaufen, um sich mehr auf das Luxussegment ("Gucci", "Yves St.Laurant") zu konzentrieren. Dabei wird der Großteil der Aktien an die eigenen Aktionäre weitergegeben. Größter Aktionär wird damit die französische Unternehmerfamilie Pinault mit 29 Prozent, Kering hält weiter 16 Prozent. Mit der hohen Dividende, die den Nettogewinn von 136 Millionen Euro um 50 Millionen Euro übersteigt, wird der Abschied der Franzosen angenehm versüßt.

Gulden sieht in der Neuausrichtung Vorteile für das Unternehmen. Entscheidungen könnten so schneller getroffen werden. Am 20. März will Gulden auf einem Investorentag bekannt geben, wie es strategisch mit Puma weitergehen soll. Nur 14 Prozent der Puma-Aktien waren bisher im Streubesitz, weshalb das traditionsreiche Unternehmen aus Herzogenaurach trotz einer Börsenbewertung von knapp fünf Milliarden Euro lediglich im SDax notiert. Nunmehr dürfte dieser Anteil auf über 50 Prozent steigen, so dass Puma ein heißer Kandidat für den MDax wird.

Prognose zuletzt angehoben

Puma-Chef Björn Gulden

Puma-Chef Björn Gulden. | Bildquelle: picture alliance / Daniel Karmann/dpa

Operativ kann Gulden mit der Geschäftsentwicklung zufrieden sein. Puma hat das Geschäftsjahr 2017 am oberen Ende der zuletzt im Oktober angehobenen Prognose beendet. Der Umsatz sprang wechselkursbereinigt um 16 Prozent auf 4,14 Milliarden Euro, das Ebit lag mit 245 nach 128 Millionen Euro im Vorjahr fast doppelt so hoch. Im Ausblick auf das laufende Jahr stellt das Unternehmen weitere Steigerungen in Aussicht. Die Erlöse sollen nochmals um zehn Prozent, das Ebit um bis zu einem Drittel auf 305 bis 325 Millionen Euro steigen. Dabei macht es sich bezahlt, dass Gulden zuletzt mehr auf das Kernegschäft Sport, besonders Schuihe, gesetzt hat, weniger auf den Modebereich.

Aktie zuletzt uneinheitlich

Vor allem das mittelfristige Chartbild zeigt, dass die Börse Puma schon seit einer Weile wieder entdeckt hat. Innerhalb von knapp drei Jahren hat sich das Papier mehr als verdoppelt, dabei aber erst vor Kurzem wieder die Niveaus von 2007 erreicht, als die Franzosen eingestiegen waren.

Im Zwölf-Monats-Zeitraum tendierte die Aktie uneinheitlich. Ins Auge fallen die beiden Kurssprünge im Frühjahr und Oktober, aber auch, dass die Aktie die jeweils neuen Niveaus danach nicht mehr halten konnte. Aktuell bietet die Marke von 325 Euro eine weitere technische Unterstützung, nachdem die 200-Tagelinie im Januar gefallen war. Das Jahreshoch lag im November bei 391 Euro, das Tief im März bei 288 Euro. An der Börse hält sich die Begeisterung der Anleger in Grenzen. Das Puma-Papier gibt gegen den Markt ein Prozent nach.

rm