PPR Kering

Gutes Geschäftsjahr 2019 Gucci-Eigner Kering blickt sorgenvoll nach China

Stand: 12.02.2020, 14:34 Uhr

Eigentlich laufen die Geschäfte beim französischen Luxusgüterkonzern Kering bestens. Wären da nicht die Coronavirus-Sorgen in China. Denn Luxus und China, das hat in der Vergangenheit immer sehr gut zusammengepasst.

Was sich an den Geschäftszahlen des angelaufenen Jahres deutlich ablesen lässt. Der Umsatz stieg um gut 16 Prozent auf knapp 15,9 Milliarden Euro, wie das Unternehmen heute in Paris mitteilte. Auf vergleichbarer Basis - also etwa Wechselkurseffekte herausgerechnet - betrug das Wachstum immer noch mehr als 13 Prozent.

Außer der Marke Gucci als Wachstumstreiber stiegen auch die Umsätze mit den Marken Yves Saint Laurent, Bottega Veneta, Balenciaga und Alexander McQueen. Dabei liefen die Geschäfte trotz der angespannten politischen Lage in Hongkong in der zweiten Jahreshälfte rund. Das operative Ergebnis steigerte Kering 2019 um fast ein Fünftel auf rund 4,8 Milliarden Euro. Der bereinigte Gewinn legte im Vergleich zum Vorjahr um 15 Prozent auf 3,2 Milliarden Euro zu.

Höhere Dividende

Von der guten Ertragslage sollen auch die Aktionäre profitieren. Die Dividende steigt auf 11,50 Euro je Aktie nach 10,50 Euro im Vorjahr. Apropos Aktionäre: 40,9 Prozent der Anteile hält die Artémis Holding von Vorstandschef François-Henri Pinault, 59,10 Prozent der Aktien sind im Streubesitz.

Analysten und Anleger sind zufrieden

Gucci-Shop in Hongkong

Gucci-Shop in Hongkong. | Bildquelle: picture alliance / AP Photo

Analystin Zuzanna Pusz von der Großbank UBS hob in einer ersten Reaktion das besser als erwartet ausgefallene Wachstum aus eigener Kraft der Marke Gucci hervor. Aber auch das operative Ergebnis auf Konzernebene sei höher gewesen als gedacht. Die Rückkehr zum Wachstum bei Gucci in den USA dürfte positiv aufgenommen werden, vor allem mit Blick auf die unsichere Lage in China.

An der Börse gehört das Kering-Papier schon länger zu den Lieblingen der Anleger. seit dem Sommer ist die Aktie gesucht und in der Spitze im Januar auf über 610 Euro gestiegen. Aktuell legt der Kurs um knapp drei Prozent zu auf 578 Euro.

Auswirkungen "noch nicht vollständig abzuschätzen"

Schon in der zweiten Januar-Hälfte war der Kurs wegen der Coronavirus-Epidemie zurückgefallen. Die Auswirkungen ließen sich nach Unternehmensangaben derzeit noch nicht vollständig abschätzen. Gerade für Luxusgüterkonzerne ist der Absatz etwa an großen Flughäfen ein wichtiger Vertriebsweg. Zudem lieben Chinesen den Luxus, sie sind eine der größten Zielgruppen für die gesamte Luxusbranche. Für das laufende Jahr plant Kering derweil, das Online-Geschäft und die Digitalisierung voranzutreiben.

dpa/rm