Linde Praxair
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US-Wettbewerbsbehörde stimmt zu Grünes Licht für Linde-Praxair-Fusion

Stand: 22.10.2018, 16:21 Uhr

Dem Zusammenschluss von Linde und Praxair zum größten Industriegasehersteller der Welt steht nichts mehr im Weg. Nach langer Prüfung hat die US-Kartellbehörde FTC der Fusion ihren Segen erteilt - allerdings unter Auflagen.

Linde und Praxair müssen danach Vermögenswerte in neun Märkten abgeben, teilte die die FTC am Montag mit. Linde erklärte, damit seien alle Bedingungen für den Vollzug der Fusion eingetreten. Das Tauschangebot der Linde plc an die Linde-Aktionäre soll bis zum 31. Oktober vollzogen werden.

Die Synergien bezifferte Linde auf 1,1 bis 1,2 Milliarden Dollar innerhalb von drei Jahren. Bis zum Vollzug der von der Behörde angemahnten Verkäufe von Unternehmensteilen sollen die Geschäfte der beiden Firmen noch separat geführt werden, hieß es in einer Pflichtmitteilung des Münchener Dax-Konzerns.

Zuletzt hatten sich die Gerüchte verstärkt, dass die Amerikaner unter Auflagen bereits mündlich ihre Zustimmung signalisiert hätten. Jetzt kam die Bestätigung. Es war der letzte Dominostein, nachdem Wettbewerbsbehörden weltweit bereits zugestimmt hatten.

Die US-Behörde hatte alle Beteiligten lange auf die Folter gespannt, weil die aktienrechtlich erlaubte Frist für die Fusion am 24. Oktober abläuft. Als Käufer für zu veräußernde Geschäftsteile auf dem amerikanischen Kontinent hatten Linde und Praxair den deutschen Gasehersteller Messer im Verbund mit dem Finanzinvestor CVC vorgeschlagen.

München adé

Linde AG, Wolfgang Reitzle lachend

Wolfgang Reitzle. | Bildquelle: picture-alliance/dpa

Der neue Konzern wird zwar weiter Linde heißen, aber von Praxair-Chef Steven Angel aus Danbury im US-Bundesstaat Connecticut geführt werden, dem bisherigen Praxair-Sitz. Hauptsitz soll aus steuerlichen Gründen die irische Hauptstadt Dublin werden.

Ex-Linde-Vorstands- und Aufsichtsratschef Wolfgang Reitzle soll Aufsichtsratschef des neuen Weltmarktführers werden. Er hatte die Fusion gegen den Widerstand der Arbeitnehmer im Aufsichtsrat vorangetrieben. Zusammen werden der Münchner Traditionskonzern und sein US-Konkurrent Praxair ein Viertel des Weltmarkts beherrschen, mit rund 80.000 Mitarbeitern und gut 24 Milliarden Euro Jahresumsatz.

Aktien ziehen an

Sowohl die zum Umtausch vorgesehenen Linde-Aktien als auch Praxair-Papiere ziehen aktuell an. In einem sich abschwächenden Marktumfeld hat sich das Linde-Papier aber von seinem bisherigen Tageshoch wieder entfernt. Beide Aktien waren aber bereits im Vorfeld der heutigen Entscheidung schon gestiegen.

rm/dpa/rtr