Biotest-Mitarbeiterin im Labor

US-Behörden genehmigen unter Auflagen Grünes Licht für Biotest-Übernahme

Stand: 22.01.2018, 11:44 Uhr

Der Arzneimittel-Hersteller aus dem hessischen Dreieich kann von der chinesischen Creat Group übernommen werden. Eine US-Behörde hat den Deal am Freitag genehmigt. Vor allem Biotest-Aktionäre können sich freuen.

Die Aktie legte am Montagmorgen gleich zu Handelsbeginn um fast zehn Prozent zu. Die im SDax notierten Vorzugsaktien liegen mit 24,80 Euro sogar deutlich über dem Angebot des chinesischen Investors. Anleger, die ihre Vorzugsaktien noch nicht dem chinesischen Investor angedient haben, hoffen offenbar auf einen Nachschlag. Denn dieser hat je Vorzugsaktie nur 19 Euro und je Stammaktie 28,50 Euro geboten. Damit ist dem Investor der Kauf des Spezialisten für Arzneimittel aus Blutplasma samt Schulden rund 1,3 Milliarden Euro wert.

US-Geschäftsbereiche müssen verkauft werden

Die Zustimmung der US-Behörde für Auslandsinvestitionen (CFIUS) war nötig, weil das deutsche Unternehmen auch mit einer Tochtergesellschaft in den USA verteten ist. Die Auflage der US-Behörde für die Übernahme sieht nun vor, dass Biotest seine US-Aktivitäten verkaufen muss.

Bis zum Vollzug der Transaktion müssten diese Geschäftsteile nun an einen Treuhänder übertragen werden. Laut Biotest muss daher die aktuelle Umsatz- und Gewinnprognose für das laufende Geschäftsjahr nach unten angepasst werden.

Die Stimmung beim Biotest-Managment ist dennoch genauso gut wie bei den Anlegern. Das Unternehmen erhofft sich von den Chinesen vor allem finanzielle Unterstützung bei seiner Expansion. Der Vorstand setzt darauf, dass die Chinesen Biotest bei den bis 2022 geplanten Investitionen von 270 Millionen Euro kräftig unterstützen werden.

Verluste im Halbjahr

Geschäftlich lief es ohne fremde Unterstützung zuletzt nicht ganz rund. Im ersten Halbjahr 2017 musste der Konzern einen Rückgang seiner Umsätze um elf Prozent auf 247,1 Millionen Euro hinnehmen. Vor allem ein Rückruf für das Produkt Humanalbumin und dessen eingeschränkte Verfügbarkeit sorgten dafür. Nach Steuern musste die Biotest-Gruppe einen Verlust von 17,8 Millionen Euro im hinnehmen.

Die Aktie des Unternehmens hatte bereits in den vergangenen Jahren unter einer schleppenden Geschäftsentwicklung gelitten. Erst das Angebot von Creat hauchte dem Titel bereits im Frühjahr 2017 wieder Leben ein. Nun sind der Investor und Biotest am Ziel.

AB