Qiagen-Zentrale in Hilden

Aktie steigt und steigt Kommt es zum Bieterkampf um Qiagen?

Stand: 17.11.2019, 12:43 Uhr

Die Anleger spekulieren fleißig weiter auf einen Bieterkampf um Qiagen. Die Aktie schießt zum Wochenstart weiter nach oben, gleich mehrerer Interessenten sollen sich beim Biotech-Konzern gemeldet haben.

Die Biotechfirma Qiagen habe mehrere Übernahme-Offerten erhalten. Diese seien unverbindlich und stünden unter Bedingungen, teilte die MDax-Firma mit. Vorstand und Aufsichtsrat haben entschieden, Gespräche mit den Interessenten zu beginnen. Es sei dabei nicht sicher, ob es zu einem Angebot kommen werde. Namen nannte Qiagen nicht.

Das muss das Unternehmen auch nicht, die Anleger sind auch sie begeistert: Die Titel rücken zum Wochenbeginn um mehr als zehn Prozent vor. Bereits in der vergangenen Woche waren sie auf vielen Einkaufslisten. Mitte der vergangenen Woche war die Aktie noch für weniger als 30 Euro zu haben, jetzt nähert sie sich bereits der Marke von 40 Euro und liegt auch de höchsten Stabnd seit 2001.

Was sagen Analysten?

Zur Wochenmitte hatte die Nachrichtenagentur Bloomberg berichtet, dass der US-Laborausrüster Thermo Fisher Scientific mit einer Milliarden-Offerte an das Biotechunternehmen herangetreten sei. Qiagen, eine auf Tests zum Nachweis von Krankheiten sowie Laborgeräte spezialisierte Firma, hatte im dritten Quartal ihr Umsatzziel verfehlt und ihren langjährigen Vorstandschef verloren.

Die Aktie könnte noch Luft ach oben haben: Das Unternehmen passe strategisch zu fast allen Firmen der Branche, schrieb Analyst Volker Braun vom Bankhaus Lampe. Die zu erwartenden Synergien lägen bei bis zu 200 Millionen Dollar. Vor diesem Hintergrund rechne er mit Offerte oberhalb von 40 Euro je Aktie. Ein Übernahmekampf sei nicht ausgeschlossen.

Auch nach Ansicht von Analyst Sven Kürten von der DZ Bank muss ein Bieter mindestens 40 Euro pro Aktie zahlen, um Investoren zur Annahme des Angebots zu bewegen. Dies glaubt auch Louis-Capital-Analyst Ben Kelly. Mit Blick auf mögliche Gegengebote hält er einen höherer Wert für nicht unwahrscheinlich.

Die Privatbank Berenberg hat die Einstufung für Qiagen anlässlich des Übernahmeinteresses von mehreren Seiten auf "Buy" mit einem Kursziel von 35 Euro belassen. Analyst Scott Bardo errechnet einen möglichen Übernahmepreis in Höhe von 47 bis 50 US-Dollar je Papier des Diagnostikspezialisten. Das Risiko für ein Veto von Wettbewerbshütern hält er aufgrund der Marktgröße und -breite für recht gering.

ts