Nordex-Windenergieanlage in den USA

An der TecDax-Spitze Rekordauftrag verleiht Nordex Flügel

Stand: 10.07.2018, 07:50 Uhr

Der Windanlagenbauer Nordex hat in Brasilien einen Großauftrag an Land gezogen. Für die Anleger ist diese Nachricht ein klares Kaufsignal, ein Analyst ist dagegen etwas skeptischer.

Mit einem Aufschlag von zeitweise rund zehn Prozent auf 10,25 Euro zählen Nordex im TecDax heute zu den besonders gesuchten Aktien. Seit dem Zwischentief Ende Juni, als sich das Papier nur knapp über 8,00 Euro halten konnte, hat das Papier etwa zwei Euro gut gemacht.

Nach dem Hoch von über 30 Euro Anfang 2016 war die Aktie unter 10,00 Euro gefallen, stabilisierte sich seitdem aber unter stärkeren Schwankungen. In den vergangenen Monaten war das Papier daran gescheitert, sich oberhalb der Marke von 11,30 Euro zu etablieren. In diesem Bereich waren Erholungsversuche im Januar und Juni noch gescheitert. Sollte es diesmal gelingen, wäre das ein positives Signal aus charttechnischer Sicht.

Für die Kauffreude der Investoren sorgt die Nachricht, dass Nordex in Brasilien den größten Auftrag seiner Firmengeschichte an Land gezogen hat. Ab Oktober 2019 werde Nordex für Enel Green Power 191 Turbinen mit einer Gesamtleistung von 595 Megawatt (MW) errichten, teilte der Hamburger Konzern mit. Der Windpark "Lagoa dos Ventos" entstehe im Norden Brasiliens im Bundesstaat Piaui. Nach der Fertigstellung übernehme Nordex zudem für mindestens zwei Jahre den Service. Über das genaue Auftragsvolumen teilte der Konzern noch nichts mit.

Kein Handlungsbedarf

Analysten rechnen je Megawatt Leistung bei Windkraftanlagen an Land mit gut 800.000 Euro Auftragsvolumen. Demnach würde sich das Ordervolumen auf knapp 500 Millionen Euro belaufen. Für die Stimmung sei der Auftrag sicher positiv, erklärte Commerzbank-Analyst Sebastian Growe. Sonderlich großen Spielraum für die Gewinnerwartungen an den Hersteller von Windkraftanlagen sieht er allerdings nicht.

Nordex Windturbine

Nordex Windturbine. | Bildquelle: picture alliance / dpa

Die durchschnittlichen Markterwartungen preisten bereits zehn Prozent jährliches Umsatzwachstum für 2018 bis 2020 ein. Damit ergebe sich kein unmittelbarer Handlungsbedarf bei den Gewinnschätzungen, so Growe. Die gute Aufstellung von Nordex in Lateinamerika erscheine zudem bereits in den Aktienkurs eingepreist.

ts