Atemschutzmasken von Drägerwerk

10.000 Beatmungsgeräte Corona-Auftrag lässt Drägerwerk haussieren

Stand: 16.03.2020, 10:28 Uhr

Der Lübecker Medizintechnikhersteller Drägerwerk hat von der Bundesregierung einen Auftrag über 10.000 Beatmungsgeräte erhalten. Die Anleger jubeln.

Die Aktie von Drägerwerk schoss zu Handelsbeginn um über 30 Prozent in die Höhe. Im weiteren Verlauf bröckelten die Gewinne etwas ab. Zuletzt notierte das Papier aber immer noch rund 20 Prozent höher, nachdem es bereits am Freitag neun Prozent hinzu gewonnen hatte.

Dennoch erreichte der Kurs damit den höchsten Stand seit August 2018. Die Anteilscheine waren größter Gewinner der gesamten Dax-Familie. Grund für die Hausse ist die Bestellung von 10.000 Beatmungsgeräten durch die Bundesregierung. Die Abwicklung des Auftrags soll sich über das ganze Jahr erstrecken. Dräger will die Produktionskapazitäten erheblich ausweiten.

Sonderschichten geplant

Nach Aussage von Finanzminister Olaf Scholz will das Unternehmen für die Bewältigung des Auftrags auch Sonderschichten einlegen. "Das wird sich über das ganze Jahr hinstrecken", sagte er am Sonntag in der ARD-Sendung "Anne Will". Nach seinen Worten bringt der Medizintechnikhersteller seine Kapazität bis ans Limit. Insgesamt sind seitens der Regierung für medizinische Beschaffungen mehr als eine Milliarde Euro mobilisiert.

Das Lübecker Unternehmen liefert neben Beatmungsgeräten auch Schutzausrüstungen für das Krankenhauspersonal, ebenfalls im Auftrag der Bundesregierung. Beides soll dazu dienen, die Kapazitäten der Krankenhäuser bei der Betreuung von Corona-Patienten zu erweitern.

Auswirkungen lassen sich noch nicht beziffern

Welche Auswirkungen die zunehmenden Bestellungen auf Umsatz und Ergebnis des im SDax notierten Unternehmens haben wird, wollte Drägerwerk nicht beziffern. Die Größenordnung der Wirkung nach Abzug alles Kosten und Risiken im Gesamtunternehmen könne derzeit noch nicht sicher abgeschätzt werden, so das Unternehmen.

Im abgelaufenen Jahr steigerte Dräger seinen Umsatz um sieben Prozent auf knapp 2,8 Milliarden Euro. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) legte um sechs Prozent auf 66,6 Millionen Euro zu. Damit blieben wie im Vorjahr 2,4 Prozent der Erlöse als operatives Ergebnis übrig. Der Überschuss ging allerdings um drei Prozent auf 33,8 Millionen Euro zurück. Die Dividenden für die Stamm- und Vorzugsaktien sollen mit 13 und 19 Cent stabil bleiben.

Kursziel angehoben

Das Bankhaus Warburg hat das Ziel der Dräger-Aktie von 53 auf 61 Euro angehoben, die Empfehlung aber auf "Hold" belassen. "Das Management scheint zu hoffen, dass die Chancen, die sich aus dem Coronavirus ergeben, die negativen Auswirkungen der Pandemie ausgleichen könnten", schrieb Analyst Eggert Kuls von Warburg Research.

lg