Snowflake

Was für ein Debüt Snowflake-Börsengang: Sogar Buffett ist an Bord

Stand: 17.09.2020, 22:25 Uhr

Snowflake hat ein fulminantes Debüt an der Wall Street hingelegt. Es ist der bislang größte US-Börsengang des Jahres. Auch der Staranleger Warren Buffett, der sich sonst bei Börsengängen zurückhält, hat Gefallen am Softwarespezialisten gefunden.

Anleger rissen sich gestern zum Handelsstart um die Papiere des Unternehmens aus dem kalifornischen San Mateo, das im boomenden Cloud-Geschäft mit IT-Diensten und Speicherplatz im Internet den Marktführern Amazon und Microsoft einheizen will. Snowflake ist ein cloudbasierter Anbieter von Data-Warehouse-Diensten und bietet Firmen eine Software zur Analyse ihrer Daten an.

Der Einstandskurs lag mit 245 Dollar schon um mehr als das Doppelte über dem Ausgabepreis von 120 Dollar. Mit einem Plus von 111 Prozent auf knapp 254 Dollar ging das Papier aus dem Handel. Der Höchstkurs des Tages hatte bei 319 Dollar gelegen. Demnach wird die Cloud-Datenplattform aktuell mit etwa 70 Milliarden Dollar bewertet. Noch im Februar hatte die Bewertung bei nur rund 13 Milliarden Dollar gelegen. Heute konsolidierte die Aktie und verlor rund zehn Prozent auf 227,54 Dollar.

Auch Buffett hat investiert

Die Firma, deren Aktien unter dem Tickerkürzel "SNOW" gehandelt werden, sammelte beim Börsengang zuvor 3,36 Milliarden Dollar ein. Offenbar haben die den IPO begleitenden Banken das Interesse der Anleger unterschätzt: Für Snowflake wären deutlich mehr Einnahmen möglich gewesen, wie man jetzt weiß.  

Ausnahmsweise mischte sogar Staranleger Warren Buffett in großem Stil mit seiner Investmentgesellschaft Berkshire Hathaway beim Börsengang mit. Buffett soll sich mit mindestens 250 Millionen Dollar beteiligt haben. Laut den von Snowflake eingereichten IPO-Unterlagen erklärte sich Buffet zudem bereit, in einem zweiten Schritt weitere 4 Millionen Anteile zu erwerben. Wie der US-Sender CNBC berichtet, habe sich Buffett zuletzt im Jahr 1956 an einem Börsengang beteiligt – damals war es der Autobauer Ford.

In den vergangenen Monaten wurde angesichts eines extrem hohen Barbestands viel darüber spekuliert, welche Strategie Berkshire Hathaway derzeit verfolgt. Für den Einstieg bei Snowflake sollen Beobachten zufolge seine Portfolio-Manager Todd Combs and Ted Weschler verantwortlich sein.

ts/rm