Grenke-Unternehmenszentrale in Baden-Baden

Attacke gegen Leasingfirma Grenke-Aktien wirbeln wild herum

Stand: 21.09.2020, 11:20 Uhr

Auch am Montag stehen die Titel der Leasingfirma Grenke im Blickpunkt der Anleger. Die Aktie fährt einen Zick-Zack-Kurs. Grenke-Gründer Wolfgang Grenke lässt wegen etwaiger Interessenkonflikte sein Aufsichtsratsmandat ruhen.

Grenke-Aktien fallen zeitweise bis auf ein Tagestief bei 29,4 Euro. Zum Handelsstart hatten sie sogar im Plus gelegen und ein Hoch bei 34,6 Euro erreicht. Nach einem Intermezzo zurück im Plus verlieren sie aktuell wieder mehr als ein Prozent. Noch im Februar hatten Investoren für eine Aktie 104 Euro bezahlen müssen. Zwei Drittel des Börsenwerts sind seitdem verdampft. Die Bewegung in beide Richtungen zeigt, wie verunsichert die Investoren angesichts der unklaren Lage sind.   

Heute hatte das Unternehmen mitgeteilt, dass Firmengründer Wolfgang Grenke sein Aufsichtsrat-Mandat mit sofortiger Wirkung ruhen lasse, bis die Vorwürfe hinsichtlich etwaiger Interessenkonflikte vollständig ausgeräumt seien. Dies gelte auch für seine Aufsichtsratsposten bei der Grenke Bank und der Schweizer Grenkeleasing AG.

Was passiert mit dem Franchisesystem?

Außerdem prüft Grenke nach den Betrugsvorwürfen der Investorengruppe Viceroy die Integration der von der Gesellschaft CTP gehaltenen Beteiligungen des kritisierten Franchisesystems in den Konzern. Hier liegt auch der Ursprung der angesprochenen Interessenkonflikte:

Das Franchisesystem nutzt Grenke zur Expansion in neue Märkte. Die Kapitalmehrheit der Unternehmen liegt Unternehmensangaben zufolge bislang bei verschiedenen Finanzinvestoren, darunter der CTP Handels- und Beteiligungs GmbH (CTP), deren indirekter Eigentümer seit Februar 2020 Wolfgang Grenke ist.

Nach etwa vier bis sechs Jahren erwirbt Grenke die Franchise-Unternehmen. Der Grenke-Konzern erwägt nun, bereits mit Gründung Gesellschafter der Franchise-Unternehmen zu werden.

Wolfgang Grenke

Wolfgang Grenke. | Bildquelle: picture alliance / Marijan Murat / dpa

Die Vorwürfe Viceroys

Viceroy hatte vergangene Woche unter anderem das Franchisesystem von Grenke kritisiert und behauptet, ein großer Teil der im Geschäftsbericht aufgeführten finanziellen Mittel existiere nicht. Grenke hat die Vorwürfe zurückgewiesen und die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG damit beauftragt, ein Sondergutachten zu erstellen. Dabei gehe es darum die Substanz des Geschäftes zu belegen und die Vorwürfe endgültig zu widerlegen, hatte Grenke erklärt.

ts