Produktion von Autositzen bei Grammer

Tschüss Hastors, Hallo Wangs Grammer: Weißer Ritter siegt

Stand: 09.08.2018, 11:27 Uhr

Grammer ist den ungeliebten Investor Hastor losgeworden. Dafür sitzt jetzt der chinesische Autozulieferer Jifeng am Steuer. Für die Hastor-Investmentgesellschaft Cascade war es insgesamt ein glänzendes Geschäft.

Finanziell ist das Engagement bei Grammer für die Hastors allemal ein Erfolg. Als die bosnische Unternehmerfamilie 2016 einstieg, war die Aktie in etwa halb so viel wert wie heute. Damit dürfte sie einen Gewinn von rund 70 Millionen Euro eingestrichen haben.

Gestern hatte die Hastor-Investmentgesellschaft Cascade mitgeteilt, das Angebot des chinesischen Autozulieferer Jifeng angenommen zu haben und „bis auf eine kleine Stückzahl“ sämtliche Aktien losgeschlagen zu haben. Insgesamt soll Hastor rund 19 Prozent der Grammer-Aktien besessen haben. Mit den Anteilen der Hastors kommt die Familie Wang, die Eigentümer von Jifeng, nun auf mehr als zwei Drittel der Anteile an Grammer.

Die streitbaren Hastors

Der Spezialist für Lkw- und Zug-Sitze sowie Innenraumausstattung von Autos aus Amberg in der Oberpfalz hatte den kleinen Partner Ningbo Jifeng und dessen Eigentümerfamilie zu Hilfe geholt, um den aktivistischen Aktionär Hastor abzuwimmeln.

Konzernzentrale der Grammer AG

Grammer Firmensitz. | Quelle: picture-alliance/dpa

Dieser hatte sich als VW-Zulieferer schon vorher mit dem Wolfsburger Autokonzern angelegt. Derzeit streitet die Hastor-Gesellschaft Prevent mit der Gewerkschaft IG Metall um die Schließung eines Werks und eine Stellenabbau beim Motorblock-Hersteller Neue Halberg Guss.

Keine Hastors, mehr Aufträge?

Die Investmentbank Oddo BHF hat Grammer-Aktien nach dem Ausstieg der Investorenfamilie Hastor zum Kauf empfohlen. Autohersteller, die sich wegen schlechter Erfahrungen mit den Hastors mit Aufträgen an den Zulieferer zurückgehalten hätten, dürften nun wieder mehr bestellen, kommentiert Analyst Harald Eggeling. Darüber hinaus rechnet der Experte auch mit einer steigenden Profitabilität.

Erst Anfang der Woche hatte Grammer  Zahlen vorgelegt: Bei stagnierendem Ergebnis stieg der Gewinn doch recht deutlich.    

ts