Grammer-Mitarbeiter arbeitet an einem Fahrzeugsitz
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Mögliches Übernahmeangebot von Ningbo Grammer heiß begehrt

Stand: 29.05.2018, 08:04 Uhr

Der bayerische Autozulieferer Grammer steht womöglich kurz vor einem Verkauf nach China. Man verhandelt bereits mit Großaktionär Ningbo Jifeng. Da schießt der Aktienkurs in die Höhe.

Den Chinesen gehören bereits gut 25 Prozent an Grammer. Doch jetzt wollen sie den Hersteller von Innenraum-Ausstattungen und Sitzen ganz. Grammer bestätigte fortgeschrittenen Verhandlungen mit seinem chinesischen Großaktionär Ningbo Jifeng über ein freiwilliges Übernahmeangebot.

Der chinesische Konzern habe einen Preis von 60 Euro plus der vorgeschlagenen Dividende von 1,25 Euro vorgeschlagen, so Grammer. Das heißt, das Unternehmen würde mit knapp 772 Millionen Euro bewertet. Ningbo Jifeng müsste rund 578 Millionen Euro auf den Tisch legen, um das Unternehmen komplett zu übernehmen.

Ob es tatsächlich zu einem Angebot komme, sei aber noch nicht abzusehen, teilte Grammer mit. An der Börse machte sich dennoch Vorfreude breit. Das Angebot wäre deutlich über dem Börsenkurs von gestern. Die im Kleinwerteindex SDax notierte Grammer-Aktie schoss daher im vorbörslichen Handel 13 Prozent in die Höhe bis auf 57 Euro.

Kampf gegen Hastor

Das Unternehmen aus Amberg in der Oberpfalz hatte seinen chinesischen Partner als Aktionär gewonnen, um eine Machtübernahme durch die umstrittene bosnische Investorenfamilie Hastor zu verhindern. Das bayerische Unternehmen hatte die Chinesen Anfang 2017 an Bord geholt.

Grammer steckt selbst im Kauffieber: Das Unternehmen hat jüngst die größte Übernahme seiner Firmengeschichte in Angriff genommen. Der Autozulieferer schluckt den US-Kunststoff-Spezialisten Toledo Molding & Die (TMD) und zahlt dafür rund 271 Millionen Dollar (233 Millionen Euro) einschließlich Schulden.

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China steht auf "Made in Germany" Auf Einkaufstour

Kion
2012 steigt der chinesische Nutzfahrzeugproduzent Weichai Power beim Gabelstaplerhersteller Kion ein. Die Chinesen kaufen zunächst für 467 Millionen Euro 25 Prozent an Kion und steigern 2015 ihren Anteil auf 38,25 Prozent. Außerdem erhält der Investor für 271 Millionen Euro eine Mehrheitsbeteiligung von 70 Prozent an der Hydrauliksparte Kions.

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ARD-Börsenstudio: Samir Ibrahim
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Die Chinesen kommen! - Grammer vor Übernahme

bs