Sportler mit Fitbit Superwatch
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Angriff auf Apple und Samsung Google schnappt sich Fitbit

Stand: 01.11.2019, 16:15 Uhr

Der Fitnessband-Pionier Fitbit gibt seine Unabhängigkeit auf und lässt sich von Google schlucken. Der Internet-Riese zahlt gut zwei Milliarden Dollar für die Firma aus San Francisco. Fitbit sitzt auf einem riesigen Schatz an Gesundheitsdaten.

Der boomende Markt für Fitness-Technik-Produkte kommt wieder in Bewegung. Mit der Google-Mutter Alphabet steigt nun ein weiterer Tech-Konzern in das Geschäft mit Fitness-Armbändern ein. Google will den Konkurrenten Apple und Samsung Marktanteile wegnehmen. Bisher fehlten dem Konzern noch tragbare Geräte am Arm.

Übernahmeofferte von 7,35 Dollar je Aktie

Die Google-Mutter machte am Freitag ein 2,1 Milliarden Dollar schweres Angebot für Fitbit. Je Aktie bietet der Internet-Riese den Fitbit-Anteilseignern 7,35 Dollar. Das entspricht einem Aufschlag von 19 Prozent auf den Aktien-Schlusskurs von Donnerstag. Anfang der Woche hatte es bereits Presseberichte über ein Interesse von Alphabet an dem Hersteller von Fitness-Uhren gegeben.

Die Aktie von Fitbit sprang am Freitag nach dem Übernahmeangebot um 16 Prozent nach oben und baute ihre Gewinne der vergangenen Handelstage weiter aus. Mit 7,20 Dollar erreichte sie den höchsten Stand seit Juni 2018. Seit Montag, als die ersten Gerüchte kolportiert wurden, haben die Aktien nun bereits um insgesamt 67 Prozent zugelegt. Die Alphabet-Papiere gewannen am Freitag 0,5 Prozent.

An die Börse ging Fitbit im Jahr 2015 noch mit einem Ausgabepreis von 20 Dollar. Zwischenzeitlich war der Kurs aber bis an die Marke von drei Dollar gefallen.

Fitbit-Daten nicht für Google-Anzeigen

Mit den Ressourcen und der Plattform von Google werde Fitbit schneller Innovationen herausbringen können, erklärte Mitgründer und Chef James Park. Fitbit hat 28 Millionen aktive Nutzer auf seiner Plattform und sitzt auf einem riesigen Schatz an Gesundheitsdaten, die von den Fitness-Armbändern gesammelt werden. Diese sollten nicht für Google-Anzeigen verwendet werden, erklärte Fitbit. Google will Fitbit-Nutzern die Möglichkeit einräumen, Daten zu überprüfen oder zu löschen. Der US-Konzern gerät immer wieder wegen Datenschutz-Problemen in die Schlagzeilen.

Google machte aber kein Versprechen, Daten getrennt zu lagern - wie einst bei der Übernahme des Smarthome-Spezialisten Nest. Inzwischen wurde Nest komplett in die Hardware-Sparte von Google einverleibt.

Fitbit in den roten Zahlen

Das Geschäft von Fitbit lief zuletzt holprig, weil der einstige Vorreiter von zwei Seiten in die Zange genommen wurde. Im lukrativeren Markt der Computer-Uhren konnte die Firma aus San Francisco nicht mit der Apple Watch mithalten. Bei günstigen Fitness-Bändern, die etwa Schritte und verbrauchte Kalorien zählen, graben chinesische Rivalen wie Xiaomi und Huawei dem Branchenpionier Fitbit das Wasser ab. Im zweiten Quartal verbuchte Fitbit einen Verlust von knapp 36 Millionen Dollar bei Umsätzen von 313,6 Millionen Dollar.

Google entwickelt das speziell auf Computer-Uhren ausgerichtete Betriebssystem Wear OS. Es ist vom Android-System abgeleitet, das den Smartphone-Markt dominiert. Bei Computer-Uhren konnte das Android-Lager aber bisher nicht die Apple Watch einholen, obwohl Geräte verschiedener Hersteller auf dem Markt sind.

nb