Illustration: Querschnitt eines Glasfaser-Unterseekabels

Ausbau der Infrastruktur Google: Milliarden für neue Kabel

Stand: 17.01.2018, 11:44 Uhr

90 Prozent des weltweiten Datenverkehrs werden über Seekabel abgewickelt. Dafür nimmt auch der weltgrößte Suchmaschinenbetreiber Google Milliarden in die Hand.

Ziel des Techkonzerns ist es, seine Cloud-Infrastruktur auszubauen. Es würden drei neue Kabel verlegt, kündigte Google an. Diese würden zum einen Chile mit Los Angeles, die USA mit Dänemark und Irland sowie Hongkong und Guam miteinander verbinden.

Über Seekabel werden mehr als 90 Prozent des weltweiten Datenverkehrs abgewickelt. Google geht es darum, dass Cloud-Angebot für seine Kunden zu erweitern. Der Konzern, der die größte Suchmaschine der Welt betreibt, hat in den vergangenen drei Jahren etwa 30 Milliarden Dollar in seine Infrastruktur investiert.

Ausbau hat Priorität

Laut Google-Chef Sundar Pichai zählt das Geschäft mit der Rechnerwolke zu einer der drei Prioritäten des Unternehmens. Google hinkt dabei den Konkurrenten Amazon und Microsoft hinterher. Um das zu ändern, investiert das Unternehmen massiv. Es baut Rechenzentren in aller Welt, stärkt den Vertrieb und übernimmt Start-ups.

Das ist auch nötig: "Der Cloud-Markt wird gerade verteilt“, sagt Axel Oppermann, Chef des deutschen Marktforschungs- und Beratungsunternehmens Avispador. "Google muss investieren, um nicht irrelevant zu werden.“

Cloud ist ein Riesengeschäft

Der Umsatz mit der Public Cloud, also standardisierten Diensten, auf die Kunden übers Internet zugreifen, wird nach Einschätzung des Marktforschers IDC bis 2020 um durchschnittlich 19 Prozent auf 162 Milliarden Dollar wachsen.

Im Rhein-Main-Gebiet betreibt Google mehrere Rechenzentren. Dieser Verbund soll eine hohe Verfügbarkeit und eine schnelle Netzanbindung gewährleisten. Google verspricht zudem, sich ab Mai 2018 an die Vorgaben der Europäischen Datenschutzgrundverordnung (DGSVO) zu halten. Das Unternehmen betont, keinen Zugriff auf die Daten der Kunden zu haben, diese seien verschlüsselt und somit nicht einsehbar.

lg/rtr