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Deutlich über Erwartungen Goldman Sachs: Überraschung gelungen

Stand: 16.01.2019, 14:15 Uhr

Goldman Sachs steckt gerade in einem der schlimmsten Finanzskandale seiner 150-jährigen Geschichte, Stichwort Malaysia. Um so mehr schafft die Investmentbank nun eine faustdicke Überraschung mit ihren Zahlen für das vierte Quartal.

Danach hat die Investmentbank, die in diesem Jahr ihr 150-jähriges Jubiläum feiert, im vierten Quartal einen Gewinn je Aktie von 6,04 Dollar erwrtschaftet, erheblich mehr als erwartet. Analysten waren im Schnitt von einem Rückgang um 24 Prozent auf 4,30 Dollar je Aktie ausgegangen.

In absoluten Zahlen ist der Gewinn im vierten Quartal auf 2,3 Milliarden Dollar gesunken, fünf Prozent weniger als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Allerdings hatten Analysten auch hier erheblich schlechtere Zahlen erwartet. Hinzu kommt: Auf Jahressicht kann Goldman einen Anstieg des Reingewinns um satte 168 Prozent auf 9,86 Milliarden Dollar vermelden.

Mehr Einnahmen, weniger Rückstellungen

Goldman Sachs: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum Intraday
Kurs
189,92
Differenz relativ
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Grund für die guten Zahlen ist einerseits ein kräftiger Rückgang der Rückstellungen für Steuern und Kreditausfälle. Gleichzeitig waren die Einnahmen etwas besser als erwartet. So erzielte die Bank im Investmentbanking allein vierten Quartal Erlöse von gut zwei Milliarden Dollar. Analysten hatten mit 1,89 Milliarden gerechnet. auch im Aktienhandel verdiente Goldman mehr als erwartet.

Mit 8,1 Milliarden Dollar erzuelote die Bank höhere Erträge als erwartet. An der Börse kamen die Zahlen gut an. Auf das Jahr hoch gerechnet legten die Erträge um zwölf Prozent auf knapp 37 Milliarden Dollar zu. Die Anleger reagieren hoch erfreut. Im vorbörslichen Handel legt die im Dow Jones notierte Aktie deutlich zu und baut damit die Kursgewinne der ersten beiden Handelstage der Woche aus.

Aktie macht Freudensprung

Im vergangenen Jahr brauchten die Goldman-Aktionäre allerdings starke Nerven. Das Papier büßte 34 Prozent ein und verlor damit so viel wie keine andere Aktie der sechs großen amerikanischen Banken.

Ausgelöst wurde das Misstrauen von einem der einem der schlimmsten Finanzskandale in der Geschichte von Goldman Sachs. Malaysia verdächtigt zwei frühere Goldman-Händler, im Auftrag des malaysischen Staatsfonds, bekannt als 1MDB, betrügerische Anleihegeschäfte getätigt zu haben - und verlangt Schadensersatz. Die Rede ist von Strafzahlungen in Höhe von 3,3 Milliarden Dollar, um die Gelder wiederzubekommen, die die früheren Goldman-Banker veruntreut haben sollen.

Auch Bank of Amerika glänzt

Auch die Bank of America konnte im Schlussquartal 2018 mit hohen Gewinnen glänzen. Wie die zweitgrößte Bank der USA am Mittag mitteilte, betrug der Gewinn im vierten Quartal 7,3 Milliarden Dollar - er war damit rund drei Mal so hoch wie vor Jahresfrist. Das ist zu einem guten Teil auf die Reform der Unternehmenssteuer in den USA zurückzuführen. Im Gesamtjahr belief sich das Ergebnis unter dem Strich auf 28,1 (2017: 18,2) Milliarden Dollar. Das Geschäft brummte bei den Amerikanern, lediglich im Handel mit Anleihen, Währungen und Rohstoffen machten sich wie bei anderen Häusern auch die jüngsten Turbulenzen an den Finanzmärkten bemerkbar.

lg