Goldman Sachs Tower

Schwächelndes Investmentbanking Goldman Sachs spürt Grenzen des Wachstums

Stand: 15.01.2020, 14:27 Uhr

Die US-Banken scheffeln weiterhin Milliarden. Doch zeigen die Zahlen der Investmentbank Goldman Sachs sowie der Bank of America, dass das Geschäft schwieriger geworden ist - und die Gewinne manchmal sogar unter Druck geraten.

So musste besonders die legendäre Wall Street-Bank Goldman Sachs im vergangenen Jahr einen empfindlichen Gewinneinbruch hinnehmen. Der Überschuss sank im Jahresvergleich um 20 Prozent auf 7,9 Milliarden Dollar, während die Einnahmen bei 36,54 Milliarden stagnierten und die Ausgaben im Jahresvergleich um 1,4 Milliarden Dollar gestiegen sind. 2018 hatte die Bank noch knapp zehn Milliarden Dollar verdient.

Im vierten Quartal fiel der Gewinn sogar um 26 Prozent auf 1,72 Milliarden Dollar. Grund waren höhere Belastungen durch faule Kredite und gestiegenen Rechtskosten. Goldman Sachs steht einem Insider zufolge vor einem milliardenschweren Vergleich, um die Korruptionsaffäre um den malaysischen Staatsfonds beizulegen.

Die Einnahmen schnellten im Schlussquartal aber um ein Viertel in die Höhe auf knapp zehn Milliarden Dollar - dank kräftig gestiegener Erlöse in der Vermögensverwaltung und und im Finanzmarktgeschäft.

Einbußen im Investmentbanking

Insgesamt jedoch musste die Bank im vergangenen vor allem im Investmentbanking, dem wichtigsten Geschäftsfeld des Hauses, deutliche Einbußen hinnehmen. Hier sanken die Einnahmen von 7,4 Milliarden Ende 2018 auf 6,8 Milliarden Dollar Ende 2019.

Entsprechend enttäuscht reagierten die Anleger. Die Aktien der US-Investmentbank fielen vorbörslich in New York um 1,6 Prozent - nachdem sie allerdings im zurückliegenden Jahr um satte 50 Prozent, von 160 auf 240 Dollar gestiegen sind.

Leichter Dämpfer auch für Bank of America

Einen leichten Dämpfer musste auch die Bank of America, die zweitgrößte Bank der Vereinigten Staaten nach JPMorgan, hinnehmen. Der Gewinn rutschte im vergangenen Jahr auf 27,4 Milliarden Dollar ab, nach 28,1 Milliarden im Vorjahr.

Grund für den Rückgang waren gestiegene Kosten, eine milliardenschwere Abschreibung im Sommer bei gleichzeitig stagnierenden Einnahmen. So sind die Erlöse lediglich um 200 Millionen auf 91,2 Milliarden Dollar gestiegen. Die Kosten kletterten jedoch von 53,2 auf 54,9 Milliarden Dollar. Dennoch lag die Cost-Income-Ratio damit bei 58 Prozent - ein für deutsche Banken traumhafter Wert, liegt die Quote hierzulande doch meist über 90 Prozent.

Im vierten Quartal ging der Gewinn um vier Prozent auf sieben Milliarden Dollar zurück. Grund war das schwächelnde Privatkundengeschäft. Dort brach der Überschuss um fast zehn Prozent auf 3,1 Milliarden Dollar ein, weil der Zinsüberschuss um drei Prozent sank.

lg