Goldman Sachs-Schriftzug, im Hintergrund die amerikanische Flagge
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Ergebnis über Erwartungen Goldman Sachs läuft wieder zu Form auf

Stand: 16.10.2018, 15:05 Uhr

Aktionäre der bekannten amerikanischen Investmentbank hatten es zuletzt nicht leicht. Mit dem Ergebnis des dritten Quartals im Rücken können sie nun wieder auf bessere Zeiten hoffen.

Denn die Bank weist per 30.9. ein Ergebnis je Aktie von 6,28 Dollar aus und übertrifft damit nicht nur die offiziellen Schätzungen, sondern auch die so genannten "Flüsterschätzungen" deutlich. Letztere lagen im Vorfeld bei 5,68 Dollar und gelten an der Wall Street als die eigentlich wichtige Ergebniskennziffer, wenn Goldman seine Zahlen präsentiert. Im bisherigen Jahresverlauf wurden 19,21 Dollar verdient nach 14,11 Dollar im Vorjahr. Das war der höchste jemals erzielte Wert, wie Firmenchef David Solomon erklärte.

Die Aktie steigt denn auch vorbörslich gut 1,7 Prozent auf 219 Dollar. Zuletzt hatte sich ein technischer Boden um die Kursmarke von 210 Dollar ausgebildet. Das Goldman-Papier war nach dem jüngsten Zinsentscheid der Fed in einen Abwärtstrend geraten und lag damit am Jahrestief.

Cash Cow Investmentbanking

Insgesamt stieg der Überschuss im dritten Quartal gegenüber dem Vorjahr um 19 Prozent auf 2,5 Milliarden Dollar (2,2 Milliarden Euro). Die Erträge zogen um vier Prozent auf 8,65 Milliarden Dollar an.

David Solomon, Goldman Sachs

David Solomon. | Bildquelle: Imago, Bearbeitung: boerse.ARD.de

Vor allem das Geschäft mit Fusionen und Übernahmen (M&A), also das klassische Investmentbanking, lief gut. Hier hat Goldman traditionell eine starke Position und führte auch im Quartal die weltweiten Ranglisten an. Auch bei Börsengängen (Emissionsgeschäft) hielt die Bank die führende Position. Insgesamt summierten sich die Erlöse dieser Sparte auf knapp zwei Milliarden Dollar.

Im Anleihehandel litt Goldman wie viele andere Wall-Street-Banken auch unter den geringeren Kundenaktivitäten. Der Rohstoff- und Devisenhandel legte hingegen ebenso zu wie der Aktienhandel. Insgesamt erreichte die Sparte im Jahresvergleich nahezu unveränderte Erlöse von 3,1 Milliarden Dollar, im Quartalsvergleich waren es 13 Prozent weniger.

Im Kreditgeschäft machten sich höhere Zinsen positiv bemerkbar, in der Vermögensverwaltung ging es bei den Erlösen um zwölf Prozent bergauf. Die verwalteten Vermögen stiegen dabei um 37 Milliarden auf 1,55 Billionen Dollar.

Solide Bilanz, solider Ausblick

Der neue Goldman-Chef David Solomon äußerte sich im Ausblick zuversichtlich, blieb dabei aber vage. Er kann sich aber auf eine stabile Bilanz verlassen. Die annualisierte Rendite auf das eingesetzte Eigenkapital (ROE), die wohl wichtigste Kennziffer bei der Beurteilung der Profitabilität einer Bank, lag nach neun Monaten bei 13,7 Prozent - und damit so hoch wie seit neun Jahren nicht mehr. Die für die Bilanzstabilität wichtige Tier 1-Ratio lag bei soliden 13,1 Prozent per 30.9. Aktionäre erhalten per Stichtag 30. November eine Quartalsdividende von 0,80 Dollar.

rm